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  • Francis Bott

    Frankfurt a.M. 1904 - 1998 Lugano_Biografie

    Composition, 1960

    Öl auf Karton

    Unten mittig signiert: "Francis Bott"

    15 x 10,8

    Provenienz: Galerie Kriegel, Paris (Beiliegend Ausstellungskatalog der Galerie Kriegel, Paris, 1962)

    Nicht bei Henze

    Euro 2.700,-

    Unsere abstrakte „Composition“ von 1960 besteht überwiegend aus verschiedenen Blautönen, die in pastosem Farbauftrag großflächig nebeneinander angeordnet sind. Im leicht nach rechts verschobenen Zentrum mildert Francis Bott die kräftige Leuchtkraft einer orangefarbenen Farbfläche durch eine lasierende Übermalung mit einem dunkeln Farbton. Dieser nimmt zudem den oberen Bereich der Bildfläche ein und findet sich auch an den Übergängen der einzelnen Farbfelder.

    Bott wendet sich erst in den 1930er Jahren verstärkt der Malerei zu und schafft zunächst Werke im Stil der Neuen Sachlichkeit. Angeregt durch Max Ernst und Pablo Picasso widmet sich Bott ab 1937 dem Surrealismus. Zehn Jahre später ist er noch auf der von André Breton und Marcel Duchamp organisierten Ausstellung „Le Surréalisme en 1947“ in der Galerie Maeght in Paris vertreten, distanziert sich aber bereits von dieser Stilrichtung. Er kehrt der Gegenständlichkeit für lange Zeit den Rücken und beginnt, abstrakt zu malen. So stellt er schon im Februar 1948 in der Galerie René Bretau neben Pierre Soulages und Hans Hartung aus. Zu seinem persönlichen Stil in einer von starker Farbigkeit geprägten, expressiven Spachteltechnik findet Bott in den 1950er und 1960er Jahren. Weisen die Arbeiten der frühen 1950er Jahre noch gitterartige Strukturen aus schmalen, die einzelnen Farbflächen überlagernden Linien auf, treten später die großflächig angelegten Farbflecke in den Vordergrund. Schmale, dunkle Linien finden sich in dieser Phase nur noch bei einigen Werken als Trennungslinien der einzelnen Farbfelder – wie bei unserer „Composition“. Deutlich zeigt sich bei unserem Werk auch die reliefartige Oberfläche des Farbauftrags, die zu den Charakteristika seines reifen Werkes zählt. Auch in der Verwendung verschiedener Blautöne folgt Bott bei unserer Arbeit seiner Vorliebe für diesen Farbton, findet sich dieser doch wiederholt in seinem Œuvre, sodass gelegentlich sogar von einem „Bott-Blau“ gesprochen wird

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  • Hans Brasch

    Karlsruhe 1882 - 1973 Stuttgart_Biografie

    Sitzende Frau, 1919

    Öl auf Leinwand

    Links unten signiert und datiert

    H Brasch 1919"


    rückseitig mit alter Adressangabe

    Größe: 109 x 68 cm

    Euro 6.500,-

    Unser Gemälde von 1919 zeigt eine mit gekreuzten Beinen in einem Waldstück auf dem Boden sitzende, barfüßige schlanke Frau, seitlich eingerahmt von Farnen. Sie trägt ein langes rotes Kleid und hat ihr über die Schultern fallendes Kopftuch vor der Brust eng um ihre Arme geschlungen. Den Kopf stark nach rechts geneigt blickt sie mit fast geschlossenen Augen gedankenverloren zu Boden. Im Hintergrund verdecken dünne Baumstämme und die langen Äste hoher Tannen den Blick in die Ferne.

    Zur Entstehungszeit unserer Arbeit knüpft Hans Brasch nach vierjährigem Kriegsdienst an seine Tätigkeit als freier Künstler an, die er seit 1913 in Frankfurt an Main ausübt. Aus der Erinnerung an die Kriegszeit erklärt sich vermutlich die gedämpfte Farbigkeit unseres Gemäldes. So dominiert in der farblichen Gestaltung der Komplementärkontrast zwischen dem Grün der Bäume, Sträucher und dem Kopftuch einerseits und dem Rot des Kleides andererseits, das sich zudem noch einmal an den Konturen der Tannen findet.
    Die schlanke Figur der Frau und insbesondere die längliche Form und die geneigte Haltung des Kopfes erinnern an die überlängten Körperformen und ovalen Portraitgesichter Amedeo Modiglianis. So ist das Gesicht unserer sitzenden Frau in die Länge gestreckt, sodass die Nase – ebenso wie der Hals – überlängt ist, das Kinn läuft spitz zu und die Augen stehen dicht zusammen. Während das Kopftuch und das Kleid faltenreich dargestellt sind, ist das Gesicht wenig modelliert, sodass sich eine flächige Erscheinung ergibt. Wie viele Portraits Modiglianis strahlt auch unsere sitzende Frau, deren Beinhaltung an eine Tänzerin denken lässt, eine gewisse Melancholie aus.
     
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  • Hans Brasch

    Karlsruhe 1882 - 1973 Stuttgart_Biografie

    Weizenfeld

    Öl auf Leinwand, rückseitig signiert und 1927 datiert

    Zu dem Gemälde existiert eine signierte Aquarellstudie

    Größe: 75,5 x 98,5 cm

    Euro 4.800,-

    Das Gemälde von 1927 zeigt in verschiedenen Gelbtönen sowie pastelligem Rosa und Grün eine hügelige Landschaft mit Weizenfeldern und Wiesenflächen. Im Vordergrund sind die einzelnen Weizengräser eines diagonal zur Bildfläche verlaufenden Feldes zu erkennen, während die Gräser des sich rechts anschließenden rosafarbenen Feldes teilweise bereits durch den Wind zu Boden gedrückt oder aber bereits abgeerntet sind. Neben einem weiteren gelben Weizenfeld am linken Bildrand befindet sich im Zentrum des Bildes bis zum hoch liegenden Horizont eine grüne Wiesenfläche. Der Himmel weist eine rosafarbene Tönung auf, deren Intensität zum oberen Bildrand hin zunimmt, und ist zudem von streifenförmig angeordneten, gelben Linien durchzogen.

    Zu seinem reifen Werk findet Hans Brasch durch die Auseinandersetzung mit der Anthroposophie Rudolf Steiners und der Farbenlehre Goethes. Diese studiert er in den 1920er Jahren – 1920 erwirbt er ein altes Bauernhaus in St. Blasien im Schwarzwald – verstärkt in der Natur und strebt fortan nicht nur die Darstellung einer Person, einer Landschaft oder eines Gegenstandes an, sondern versucht das Wesen seines Motivs zu erfassen. Daher geht seinen Arbeiten fortan eine intensive Beschäftigung mit seinen Bildthemen voraus, die sich zum Beispiel – wie bei unserem Gemälde – in Aquarellstudien ausdrückt.
    Für die farbliche Gestaltung seiner Komposition der Weizenfelder wählt Brasch sommerlich leuchtende Farben und steigert diese expressiv. Besonders deutlich wird dies im Bereich des Himmels, dessen rötliche Färbung an einen Sonnenuntergang erinnert.
     
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© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Impressum

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