Composition, 1960
Öl auf Karton
Unten mittig signiert: "Francis Bott"
15 x 10,8
Provenienz: Galerie Kriegel, Paris (Beiliegend Ausstellungskatalog der Galerie Kriegel, Paris, 1962)
Nicht bei Henze
Euro 2.700,-
Unsere abstrakte „Composition“ von 1960 besteht überwiegend aus verschiedenen Blautönen, die in pastosem Farbauftrag großflächig nebeneinander angeordnet sind. Im leicht nach rechts verschobenen Zentrum mildert Francis Bott die kräftige Leuchtkraft einer orangefarbenen Farbfläche durch eine lasierende Übermalung mit einem dunkeln Farbton. Dieser nimmt zudem den oberen Bereich der Bildfläche ein und findet sich auch an den Übergängen der einzelnen Farbfelder.
Bott wendet sich erst in den 1930er Jahren verstärkt der Malerei zu und schafft zunächst Werke im Stil der Neuen Sachlichkeit. Angeregt durch Max Ernst und Pablo Picasso widmet sich Bott ab 1937 dem Surrealismus. Zehn Jahre später ist er noch auf der von André Breton und Marcel Duchamp organisierten Ausstellung „Le Surréalisme en 1947“ in der Galerie Maeght in Paris vertreten, distanziert sich aber bereits von dieser Stilrichtung. Er kehrt der Gegenständlichkeit für lange Zeit den Rücken und beginnt, abstrakt zu malen. So stellt er schon im Februar 1948 in der Galerie René Bretau neben Pierre Soulages und Hans Hartung aus. Zu seinem persönlichen Stil in einer von starker Farbigkeit geprägten, expressiven Spachteltechnik findet Bott in den 1950er und 1960er Jahren. Weisen die Arbeiten der frühen 1950er Jahre noch gitterartige Strukturen aus schmalen, die einzelnen Farbflächen überlagernden Linien auf, treten später die großflächig angelegten Farbflecke in den Vordergrund. Schmale, dunkle Linien finden sich in dieser Phase nur noch bei einigen Werken als Trennungslinien der einzelnen Farbfelder – wie bei unserer „Composition“. Deutlich zeigt sich bei unserem Werk auch die reliefartige Oberfläche des Farbauftrags, die zu den Charakteristika seines reifen Werkes zählt. Auch in der Verwendung verschiedener Blautöne folgt Bott bei unserer Arbeit seiner Vorliebe für diesen Farbton, findet sich dieser doch wiederholt in seinem Œuvre, sodass gelegentlich sogar von einem „Bott-Blau“ gesprochen wird




