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  • Rolf Cavael

    Königsberg 1898 - 1979 München_Biografie

    ohne Titel, 1963

    Roter Kugelschreiber auf Papier

    Rechts unten monogrammiert und datiert

    Blattgröße: 15 x 10,7 cm

    Euro 700,-

    Unsere Arbeit auf Papier von 1963 zeigt eine im Zentrum des Blattes konzentrierte abstrakte Komposition, die Rolf Cavael in äußerst dynamischer Linienführung mit rotem Kugelschreiber ausführt. Im oberen Bereich herrschen kleinteilige Elemente in Form von kleinen Schlaufen, stilisierten Sternen und kurzen, gebündelten Linien vor. In der unteren Hälfte dominieren dagegen lange, schraffurartig verdichtete Linien, die als halbkreisförmige Schwünge erscheinen und vielfach in kleinen Kreisen enden.

    Nach seinem Studium der Typographie und der angewandten Grafik an der Städelschule in Frankfurt am Main beginnt Rolf Cavael bereits ab Mitte der 1920er Jahre, ungegenständlich zu malen, und setzt sich mit absoluter Kunst auseinander. Dies führt ihn zu der Erkenntnis, seine eigene Kunst nicht als „abstrakt“ zu bezeichnen, da er nicht von der Natur abstrahiert, wie der Begriff Abstraktion suggeriert, sondern als „absolut“: Wie der Komponist eines musikalischen Werkes schafft er seine Bilder absolut, d.h. frei von jeglichem Bezug zum Gegenständlichen. Hier zeigt sich eine Nähe zu Wassily Kandinsky, der sich in seinen Schriften ebenfalls mit diesem Thema auseinandersetzt und Parallelen zwischen Malerei und Musik herstellt. Seit ihrer Begegnung am Bauhaus in Dessau 1930 stehen die beiden Künstler zudem in freundschaftlichen Kontakt.
    Stilistisch entwickelt Cavael einen informellen Stil, bei dem vor allem das gestische Element im Vordergrund steht. Dies wird in besonderem Maße auch bei unserer Arbeit deutlich. Die kurzen, fast wie kalligraphische Zeichen anmutenden Linien im oberen Bereich stehen in Kontrast zu den dynamischen, verdichteten Schwüngen im unteren Bildteil, sodass eine spannungsvolle und dennoch ausgewogene Wirkung entsteht.
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  • Rolf Cavael

    Königsberg 1898 - 1979 München_Biografie

    ohne Titel, 1974

    Schwarze Tusche auf Papier

    Rechts unten monogrammiert und datiert:

    "CA `74"

    Außerhalb der Darstellung nochmal signiert und datiert

    Blattgröße: 21 x 17cm

    Euro 950,-

    Die Tuschzeichnung von 1974 ist eine abstrakte Komposition mit dynamischer Linienführung. Das Geflecht schwarzer Linien verdichtet sich an vielen Stellen scheinbar ungeordnet zu sich überlagernden, halbkreisförmigen Bögen und Knäueln. Durch starke Schraffur entstehen teilweise fast flächendeckende, schwarze Bereiche.

    Rolf Cavael beschäftigt sich bereits seit Mitte der 1920er Jahren mit ungegenständlicher Malerei. Verstärkt ab Ende der 1940er Jahre, als er wieder öffentlich seiner künstlerischen Tätigkeit nachgehen kann – so beteiligte er sich nach Kriegsende an diversen Ausstellungen und ist Mitbegründer der Gruppe ZEN 49 –, entwickelt Cavael bis Mitte der 1960er Jahre seinem charakteristischen, das Gestische betonenden Stil, der dem Informel zuzuordnen ist.
    Typisch für Cavaels Werke ab der Mitte der 1970er Jahren ist – im Gegensatz zu früheren Arbeiten – die Ausnutzung der gesamten Bildfläche für seine Kompositionen. So breitet sich auch das Liniengeflecht unserer Tuschzeichnung flächenfüllend über das Papier aus.
    Obwohl Cavael als bedeutender Vertreter der ungegenständlichen Kunst bekannt ist, finden sich bei einigen Zeichnungen der frühen 1970er Jahre Andeutungen von Kreaturen. So weckt auch bei unserer Arbeit die Anordnung einiger Kreise und Bögen zueinander Assoziationen an Gesichter.
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  • Antoni Clavé

    Barcelona 1913 - 2005 Saint Tropez

    ohne Titel

    Farbcarborundumradierung mit Prägedruck auf Arches-Bütten, ca. 1970

    Rechts unten signiert: "Clavé"

    Links unten limitiert: "16/50"

    49,5 x 65cm / 63,3 X 77,7cm

    Euro 1.200,-

    Unsere Farbcarborundum-Radierung zeigt eine abstrakte Komposition in Rot, Blau und Weiß auf schwarzem Grund. In der unteren Bildhälfte dominieren zwei leuchtend rote Farbfelder, die ein längliches weiß-schwarzes Element von allen Seiten einfassen. Ein ähnliches, jedoch trapezförmiges Element reiht sich in der oberen Hälfte zwischen hellblaue längliche bzw. rundliche Elemente, die im Gegensatz zu den weiß-schwarzen Elementen unscharfe Konturen aufweisen. In der oberen rechten Bildecke befindet sich zudem eine blütenförmige Prägung, die – ebenso wie eine längliche Form unten rechts auf schwarzem Grund und eine undeutliche, an einen Handschuh erinnernde Form auf der roten Farbfläche – mehr oder weniger dreidimensional hervortritt.

    Bevor sich Antoni Clavé ab 1954 ausschließlich der Malerei widmet, arbeitet er lange Zeit überwiegend als Illustrator und Bühnenbildner. Während dieser Tätigkeit nutzt er auch neue, zu jener Zeit nur von der künstlerischen Avantgarde verwendete Techniken wie die Collage, die er später auch bei seinen künstlerischen Arbeiten anwendet. Im Hinblick auf seine Gemälde entwickelt er sich vom Figürlichen in den 1940er Jahren – er malt häusliche Szenen und Personen in gedämpfter Farbigkeit unter stilistischem Einfluss von Pierre Bonnard, Édouard Vuillard, Georges Rouault und Pablo Picasso; Letzteren lernt er 1944 kennen – mit seiner Konzentration auf die Malerei in die Richtung des Abstrakten. Neben Gemälden und Druckgrafiken wendet sich Clavé 1960 auch der Bildhauerei zu und mischt später auch verschiedene Techniken miteinander.
    In den 1970er Jahren – also zur Entstehungszeit unseres Blattes – werden Clavés Gemälde düsterer und er verwendet vornehmlich Schwarz. Bei unserer Radierung kombiniert er tiefes Schwarz mit einem leuchtenden Rot und erzeugt damit einen starken Kontrast. Bei der Prägung auf der roten Farbfläche könnte es sich um die Form eines Handschuhes handeln, den Clavé neben Handabdrucken wiederholt in seine Werke integriert.
    Die Carborundum-Radierung ist eine graphische Tiefdrucktechnik, die um 1935 wohl von Henri Bernard Goetz erfunden und unter anderem von Joan Miró und Corneille weiterentwickelt wurde. Als Meister dieser Kombination aus Radierung und Prägedruck gilt James Coignard. Bei dieser Technik wird die Druckplatte nach der Radierung an bestimmten Stellen mit einer Mischung aus Kunstharzgranulat und Carborundum bedeckt, die durch Erhitzen schmilzt und sich mit der Platte verbindet. Beim Drucken hinterlassen die erhabenen Stellen schließlich Prägungen auf dem Papier.
     
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© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Impressum

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