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  • Herm Dienz

    Koblenz 1891 - 1980 Bonn

    Die Zauberflöte

    Öl auf Karton

    signiert und 1958 datiert

    Rückseitig Etikett der "WINTER-AUSSTELLUNG 1959, DER BILDENDEN KÜNSTLER VON RHEINLAND UND WESTFALEN IM KUNSTPALAST, DÜSSELDORF, EHRENHOF".
    Dort nochmals signiert, datiert und betitelt, sowie mit DM 650,- beziffert

    47,5 x 35cm

    Euro 1.600,-

    Das Gemälde mit dem Titel „Die Zauberflöte“ von 1958 ist eine abstrakte Komposition in verschiedenen Brauntönen mit weißen, gelben und blauen Akzenten. In der Bildmitte bilden auf dunkelbraunem Grund überwiegend rechtwinklige, hellbraune Formen mit betonten Umrisslinien eine U- oder V-Form. Diese kantige Struktur wird von verschiedenfarbigen, größeren und kleineren Farbtupfen überlagert und zudem an einigen Stellen von waagerechten Linien durchkreuzt. Den überwiegenden Raum der Bildfläche nehmen verschiedene Brauntöne ein. Am äußersten Bildrand begrenzt schließlich ein im unteren Bereich durch angedeutete Schatten fast dreidimensional wirkender braun-schwarzer Rahmen die Komposition.

    Herm Dienz’ stilistische Entwicklung führt ihn von impressionistischen Anfängen zu expressionistisch beeinflussten Werken in den 1920er Jahren. In den folgenden zwei Jahrzehnten aus finanziellen Gründen und durch die Hindernisse des Nationalsozialismus eingeschränkt, vollzieht er Ende der 1940er Jahre einen künstlerischen Neuanfang, der ihn immer stärker zur Abstrahierung führt. Im Anschluss an eine Reise nach Paris im Jahre 1951, wo er die abstrakten Innovationen der Avantgarde und insbesondere die lyrisch-abstrakte Variante der École de Paris studiert, pendeln seine Werken immer stärker zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. In den Jahren 1958/1959 löst sich Dienz schließlich konsequent vom Gegenstand und schafft informelle Werke, meist im Stil des Tachismus mit kleinteiligen, häufig pastosen Farbtupfen. Dieser abstrakten Phase folgt bereits Anfang der 1960er die Rückkehr zur Figuration, die in den folgenden Jahren und Jahrzehnten unterschiedlichen Tendenzen unterliegt.
    Unser Gemälde von 1958 entsteht somit während der kurzen Zeitspanne, in der Dienz ausschließlich abstrakte Werke schafft. Deutlich sind die tachistischen Elemente erkennbar, die während dieser Phase zu den dominierenden Gestaltungsmitteln des Künstlers zählen und bei unserem Werk in besonders ansprechender Farbwahl mit gedeckten Farben kombiniert sind.
    Gegenstandsbezüge finden sich bei Dienz zwar nicht direkt in den abstrakten Kompositionen, wohl aber indirekt durch die Titel der Bilder. Diese legen häufig nahe, dass ein Gegenstand, eine Stimmung oder ein Ereignis Anstoß für seine Werke ist. Im Hinblick auf „Die Zauberflöte“ geht vor diesem Hintergrund – und berücksichtigt man auch der Tatsache, dass die Liebe zur Musik Dienz seit frühester Kindheit begleitet und er zudem in schwierigen Zeiten Trost und Rückzug im eigenen Spiel an seinem Flügel findet – vermutlich auch unserem Gemälde ein entsprechendes Ereignis voraus, sei es ein Opernbesuch oder ein Klavierkonzert.
     
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  • Adolph Erbslöh

    New York 1881 - 1947 Irschenhausen_Biografie

    Badende, 1908

    Öl auf Leinwand

    Rechts unten signiert:

    "A. Erbslöh"
     

    54 x 46,2cm

    Das Gemälde ist im handgeschriebenen Werkverzeichnis des Künstlers mit dem Titel "Badende" unter Nr. 26 aufgelistet
    (Kopie vorhanden)

    Zusätzlich liegt eine Fotoexpertise des Enkels, Hans-Jürgen Erbslöh vor.

    Provenienz:
    Sammlung Heinrich Reiß
    Privatsammlung Norddeutschland

     

    Preis auf Anfrage

    Das Gemälde „Badende“ von 1908 zeigt in neoimpressionistischer Malweise einen stehenden, weiblichen Akt mit leicht zur Seite geneigtem Kopf am Ufer eines Sees. Dem Betrachter frontal zugewandt spannt die Figur mit erhobener rechter und gesenkter linker Hand hinter ihrem Rücken ein großes Tuch. Die Bäume am gegenüberliegenden Ufer und der blaue Himmel spiegeln sich in der glatten Oberfläche des Wassers.
    Es handelt sich hier um ein Frühwerk des Künstlers, das noch dem Pointillismus verpflichtet ist. Dementsprechend sind die überwiegend in Pastelltönen gehaltenen Farben in einzeln nebeneinander angeordneten Tupfen – an einigen Stellen dichter und fast flächendeckend, an anderen Stellen dagegen vereinzelter – aufgetragen. Erbslöh hat die unterschiedlichen Farben in breiten Pinselstrichen unmittelbar nebeneinander gesetzt und keine fließenden Übergänge durch ein Vermischen geschaffen. Erst mit einigem räumlichen Abstand verschmelzen die einzelnen Punkte für den Betrachter miteinander und durch diese additive Farbmischung entsteht im Auge des Betrachters eine neue Farbe, die leuchtender und lebendiger ist als die entsprechende Farbe, die durch das Mischen auf der Palette entstanden wäre. Dies ist in besonderem Maße auch bei der „Badenden“ zu beobachten, die in einer harmonischen Kombination aus leuchtenden, freundlichen Farben komponiert ist.
     
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  • Conrad Felixmüller

    Dresden 1897 - 1977 Berlin_Biografie

    Lesende, 1932

    Tuschfederzeichnung

    Rechts unten signiert und datiert:

    "C.Felixmüller 15.III.32"

    60 x 50cm

     

    Euro 5.800,-

    Die Tuschfederzeichnung „Lesende“ von 1932 zeigt mit wenigen Linien das Halbfigurenportrait einer jungen Dame im Halbprofil mit schulterlangem, leicht gewelltem Haar mit Seitenscheitel. Mit gesenktem Kopf blickt sie in ein aufgeschlagenes Buch vor ihr, dessen Blätter sie mit ihrer linken Hand auseinander hält. Ihre angewinkelten Arme werden von den weiten Ärmeln ihres Oberteils verdeckt, das mit einer breiten, schräg über die Brust verlaufenden Schärpe verziert ist. Der Hintergrund ist ebenso wie die Auflagefläche des Buches undefiniert.

    Felixmüller wendet für die Darstellung der „Lesenden“ einen auf das Wesentliche reduzierten Zeichenstil an. Er beschränkt sich größtenteils auf die Umrisse und führt mit Ausnahme der Schärpe, weniger Falten der Bluse und der Haare keine Binnenzeichnung aus; Schraffur gibt es nur an der Innenseite des linken Ellenbogens. Die Reduzierung geht so weit, dass der Künstler die rechte Hand gänzlich ausgelassen hat. Im Gegensatz zu den skizzierenden Linien des Körpers sind das Gesicht und das einrahmende Haar mit kräftigen und doch präzisen Linien detailliert ausgearbeitet. Der gesenkte Blick lässt die Augen unter den kräftigen Brauen geschlossen erscheinen und dennoch betont der Künstler sie mit einzeln ausgeführten Wimpern und durch die Darstellung des Lides mit einer einfachen, leicht gebogenen Linie. Die mit zarten Strichen gezeichnete markante Nase tritt gegenüber dem kleinen Mund zurück, auf dessen Unterlippe allein mit zeichnerischen Mitteln eine Lichtreflexion angedeutet ist. Durch diese detaillierte Wiedergabe richtet sich auch der Fokus des Betrachters auf das Gesicht der „Lesenden“. Doch sie erwidert diesen Blick nicht, da sie in ihre Lektüre vertieft ist. Dies wiederum weckt im Betrachter Spekulationen über das Thema des Schriftstückes, das seine Leserin so fesselt.
    Conrad Felixmüller schafft mit dieser Darstellung des in der Kunst beliebten Motivs der lesenden Frau ein außerordentlich interessantes Beispiel, das sich perfekt in sein Schaffen einreiht: In den 1920er Jahren hatte er mit Szenen des Alltags der Menschen sein bevorzugtes Thema gefunden und gestaltet dies in der folgenden Zeit zunehmend realistisch. Während er seinen zeitgleichen Gemälden eine dem Expressionismus verpflichtete Farbigkeit verleiht, konzentriert es sich bei unserer Tuschezeichnung allein auf die Komposition, die er auf das Wesentliche reduziert und dem Werk damit eine besonders ausdrucksstarke Wirkung verleiht.
     
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© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Impressum

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