Unbekannte Helferin, 1936
Öl auf Leinwand
Rechts unten signiert und datiert;
"K.O.Hy (19)36
Rückseitig alte Adressangabe mit Titel
102 x 74cm
Euro 3.500,-
Das Gemälde „Unbekannte Helferin“ von 1936 zeigt das Hüftbild einer stehenden Frau mit leicht gelockten, hochgesteckten Haaren in schlichtem, rotbraunem Kleid und weißem Tuch vor dunklem Hintergrund. Das über die Schultern und Arme gelegte große Tuch dient zudem als Schlinge für den vor dem Körper angewinkelten linken Arm, der von unten durch die rechte Hand gestützt wird. Den Körper leicht nach rechts abgewendet, führt der Blick der Portraitierten am Betrachter vorbei.
Nach einer Lehre als Dekorationsmaler studiert Karl Otto Hy ab 1924 an der Kunstgewerbeschule in Wiesbaden und anschließend an der Kunstgewerbeschule in Mainz. Ab 1930 ist er als freiberuflicher Künstler tätig und auf zahlreichen Ausstellungen vertreten. Bereits während seiner Studienzeit und Anfang der 1930er Jahre entstehen diverse Gemälde, die der Neuen Sachlichkeit nahe stehen.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit – er widmet sich vorrangig Landschaften, Stillleben und Portraits – arbeitet Hy auch auf dem Gebiet der dekorativen Malerei und wirkt an der Restaurierung öffentlicher Gebäude mit.
Hy präsentiert unsere „Unbekannte Helferin“ in einer gedämpften, zurückgenommenen Farbigkeit in erdigem Braun, Weiß sowie Schwarz und stellt das Weiß des Tuchs in starkem Hell-Dunkel-Kontrast zum schwarzen Hintergrund. Zurückgenommen und betont sachlich erscheint auch die Darstellung der Portraitierten: Scheinbar regungslos weicht die Frau dem Blick des Betrachters aus und starrt gedankenverloren, fast apathisch ins Nichts. Als einziges erzählerisches Element dient der offenbar verletzte, unter ihrem Tuch verborgene Arm, der beim Betrachter Neugier an den Umstände der Verletzung und dem Zusammenhang mit dem Titel des Gemäldes weckt.
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