ohne Titel, 1956
Gouache auf Karton.
Links unten signiert, datiert und gewidmet:
"K.O. Götz, 30.I.57" "in L. Ahlers zugeeignet"
Rückseitig datiert:
31.XI.56 und eine III im Kreis.
50 x 65cm
Provenienz:
Sammlung Ahlers
Privatsammlung Mannheim
Preis auf Anfrage
Die unbetitelte Gouache von 1956 zeigt eine abstrakte Komposition mit ausgeprägten Schwüngen in starkem Schwarz-Weiß-Kontrast. Unter Verwendung des Rakels und des Pinsels schafft Götz mit fließenden Bewegungen verbindende Passagen zwischen den hellen und dunklen Partien.
Es handelt sich um ein frühes Werk in der von Karl Otto Götz entwickelten so genannten Rakeltechnik: In schnellen Arbeitsgängen grundiert der Künstler zunächst den Bildträger (Leinwand oder Karton) mit Kleister und trägt dann mit dynamischen Pinselstrichen die flüssige Farbe auf. Anschließend benutzt er Gummirakel verschiedener Größe um die Farbe zu verschieben und wegzuschleudern. Zum Abschluss verbindet er helle und dunkle Partien mit einem trockenen Pinsel. Diesem eigentlichen Malvorgang, der in hoher Geschwindigkeit erfolgt, liegt ein aufwändig erarbeitetes, abstraktes Schema zugrunde, das Götz häufig in Gouachen und Skizzen vorbereitet. Somit sind die von Bewegung geprägten Werke das Ergebnis sowohl von rationalen und reflexiven als auch emotionalen und spontanen Elementen, da der Künstler durch die Schnelligkeit der praktischen Arbeit einen Teil seiner Kontrolle aufgibt. Erst nach Abschluss des Malvorgangs entscheidet der Künstler, ob das Resultat mit seiner künstlerischen Konzeption übereinstimmt.
Auch auf unserer Gouache ist die dynamische Handschrift Götz’ deutlich zu sehen, mit der er die Formen auflöst, indem er in kraftvollem Duktus mit dem Rakel quasi Negativformen in das Bild hineinzeichnet und durch den anschließenden Einsatz des Pinsels das gestische Element seines Werkes noch einmal verstärkt. In der Summe ergibt sich ein harmonischer Rhythmus aus schwungvollen Rakel- und Pinselzügen, die in ihrer Reduzierung auf Schwarz und Weiß dem bevorzugten Kontrast des Künstlers entsprechen.
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