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  • Albert Hennig

    Leipzig 1907 - 1998 Zwickau_Biography

    Komposition, 1966

    Farbige Kreide auf Karton

    Rechts unten signiert:

    :"A.Hennig"

    Größe: 22,5 x 30,5 cm

    Euro 1.900,-

    Die abstrakte Komposition von 1966 zeigt Linien, Flächen und geometrische Formen auf schwarzem und lilafarbenem Grund. In der rechten Bildhälfte dominieren größere Farbflächen, die sich teilweise überlagern, sowie kleinere und größere Dreiecke mit kontrastreichen oder durch die Farbintensität betonten Konturlinien. Die linke Seite dagegen prägen ein großer Kreis mit grüner Umrisslinie und ein orange-blaues Element, das entfernt an ein stilisiertes Gebäude erinnert. Schmale, kantige Linien in zartem Orange und leuchtendem Rot verbinden beide Bildhälften miteinander.

    Albert Hennigs künstlerische Tätigkeit wird bereits während der Ausbildung – nach autodidaktischen, fotografischen Anfängen ist er einer der letzten Bauhaus-Schüler – durch die Nationalsozialisten unterbrochen und anschließend durch die Kulturpolitik der DDR stark behindert. Erst mit Beginn seiner Rente widmet sich Hennig 1972 wieder ausschließlich der Malerei. Er schafft sowohl gegenständliche als auch abstrakte Kompositionen und kombiniert auch abbildende mit abstrakten Elementen in einem Werk. Hennigs Œuvre umfasst neben einer Vielzahl an Zeichnungen auch Aquarelle, Pastelle, farbige Monotypien und Holzschnitte, wobei er ein kleines Format bevorzugt.
    Hennig konzentriert sich bei unserer abstrakten Komposition überwiegend auf geometrische Formen und die farbliche Gestaltung mit Komplementärkontrasten. So finden sich in dem stilisierten Gebäude in der oberen linken Ecke die komplementären Farben Orange und Blau; darüber hinaus kontrastiert die grüne Umrisslinien des Kreises mit den leuchtend roten Linien, die zudem in der rechten Bildhälfte zu einer geometrischen Figur verbunden sind. Damit erzielt der Künstler eine harmonische und durch die sich gegenseitig verstärkenden, leuchtenden Farben dennoch anregende Wirkung.
     
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  • Richard Herber

    Biebrich 1899 - 1974 Mainz

    Stillife

    oil on cardboard, monogrammed, about 1950

    31,2 x 24,2 inches

    Euro 1.100,-

    Unser Karton zeigt ein mit dynamischen Pinselstrichen gemaltes Blumenstillleben mit weißem Flieder und einigen grünen Blättern in einer schlanken, mittig eingezogenen Vase. Der in Übergängen von Violett bis Weiß gehaltene Hintergrund ist nur wenig definiert; eine am linken Bildrand diagonal verlaufende Linie deutet eine gerade Ebene – wohl eine Tischplatte – an.

    Während des Ersten Weltkrieges absolviert Richard Herber eine Lehre als Lithograph in Wiesbaden und besucht anschließend die Schule für Kunst und Handwerk in Mainz und von 1920 bis 1923 die Graphikklasse von Franz Karl Delavilla des Städelschen Kunstinstitutes in Frankfurt am Main. Ab Mitte der 1920er Jahre beteiligt sich Herber an verschiedenen Ausstellungen, u.a. in den Berliner Galerien Fritz Gurlitt und Nierendorf. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ gebrandmarkt und mit Ausstellungsverbot belegt setzt Herber seine Ausstellungstätigkeit ab 1946 fort und ist Mitbegründer der „Gruppe 50“ in Wiesbaden.

    Nach einer Lehre im Malerhandwerk Ende der 1930er Jahre arbeitet Herber als Berufsschullehrer zunächst in Schlesien und ab 1948 in Rüsselsheim am Main. Parallel dazu widmet er sich verstärkt der Malerei. In dieser Zeit entsteht unser Blumenstillleben in expressiven Pastellfarben, das ohne dekoratives Beiwerk auskommt und damit die Konzentration des Künstlers auf sein Motiv verdeutlicht. Auffällig ist der Kontrast zwischen den scharfen Konturen der Vase, die zudem durch eine halbseitig verlaufende, schwarze Umrisslinie vom Hintergrund abgehoben ist, und der verwischt unscharfen Darstellung der weißen Blütenblätter, die mit dem Hintergrund zu verschwimmen scheinen. Die Verbindung von pastellfarbenen Violetttönen mit leuchtendem Grün als hervorstechende, farbliche Akzente im Zentrum des Kartons verleiht unserem Werk eine besonders reizvolle Wirkung

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  • Heinrich Heuser

    Stralsund 1887 - 1967 Berlin

    Woman from Bali

    Ink drawing, signed, ar. 1920

    Size: 18,5 x 15in.

    Euro 850,-

    Unsere Tuschezeichnung zeigt das Halbfigurenportrait einer jungen Balinesin mit um die Brust gewickeltem und über eine Schulter gelegtem Tuch. Den Körper leicht nach links abgewandt und die Arme angewinkelt blickt die junge Frau den Betrachter direkt an.

    Nach einem Studium bei Angelo Jank an der Akademie der bildenden Künste in München wird Heinrich Heuser Meisterschüler bei Fritz Mackensen in Weimar. Seine Ausstellungstätigkeit beginnt 1912 bei der Berliner Sezession; zudem stellt er neben Expressionisten und Avantgardekünstlern in der Münchner Galerie Hans Goltz aus. Nach einem Aufenthalt in Paris 1912/13 unternimmt Heuser in den folgenden Jahrzehnten auch zahlreiche Fernreisen, die ihn unter anderem nach Nordafrika, Argentinien und Bali führen. Neben Malerei und Grafik ist Heuser auch auf dem Gebiet des Bühnen- und Kostümdesigns tätig.
    Zur Entstehungszeit unserer Tuschezeichnung sorgt das zweibändige Werk „Bali“ von Gregor Krause und Karl With für großes Aufsehen in der kulturellen Avantgarde Deutschlands. Es handelt sich um die Publikation von rund 400 Photographien, die Gregor Krause 1912 bis 1914 während seiner Tätigkeit als Arzt auf Bali angefertigt und mit kurzen Texten versehen hatte, und beinhaltet auch ein Vorwort von Karl With, dem damaligen Direktor des Museum Folkwang. 1920 veröffentlicht erscheint dieses Werk aufgrund der großen Nachfrage nach kurzer Zeit in einer zweiten Auflage und wird der erfolgreichste Titel der Buchreihen „Geist, Kunst und Leben Asiens“ und „Kulturen der Erde“ des Folkwang Verlages. Heuser gehört zu den zahlreichen Künstlern, Schriftstellern und Photographen, die sich – beeindruckt von der Ursprünglichkeit und unberührten Schönheit Balis – selbst auf die Insel begeben, um dort Inspiration für ihre Werke zu finden.
    So schafft Heuser auf Bali eine Serie von Gemälden und findet dort vermutlich auch das reizende Motiv unserer Tuschezeichnung. Mit einfachen und dennoch ausdrucksstarken Mittel stellt der Künstler die junge Inselschönheit dar: Das ebenmäßige, in Frontalansicht präsentierte Gesicht mit leicht schräg gestellten Mandelaugen und vollen Lippen wird von den im Nacken zusammengefassten Haaren und runden Ohrringen eingerahmt. Das festliche Gewand und geschmückte Aussehen der jungen Frau lassen mit der durch die angewinkelten Arme angedeuteten tanzenden Bewegung an einen Zusammenhang mit traditionellen balinesischen Ritualen und Zeremonien denken, die immer auch mit Tänzen verbunden sind.
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© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Imprint

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