Antoni Clavé
Barcelona 1913 - 2005 Saint Tropez

ohne Titel

Farbcarborundumradierung mit Prägedruck auf Arches-Bütten, ca. 1970

Rechts unten mit Bleistift signiert:

"Clavé"

Links unten mit Bleistift limitiert:

"16/50"

Darstellungsgröße:49,5 x 65cm 

Blattgröße: 63,3 X 77,7cm

 

Rahmen:

Aufwendig, handgefertigter Rahmen

Extra dickes, säurefreies Passepartout

Museumsglas

€ 1.050,-

Informationen zum Werk

Unsere Farbcarborundum-Radierung zeigt eine abstrakte Komposition in Rot, Blau und Weiß auf schwarzem Grund. In der unteren Bildhälfte dominieren zwei leuchtend rote Farbfelder, die ein längliches weiß-schwarzes Element von allen Seiten einfassen. Ein ähnliches, jedoch trapezförmiges Element reiht sich in der oberen Hälfte zwischen hellblaue längliche bzw. rundliche Elemente, die im Gegensatz zu den weiß-schwarzen Elementen unscharfe Konturen aufweisen. In der oberen rechten Bildecke befindet sich zudem eine blütenförmige Prägung, die – ebenso wie eine längliche Form unten rechts auf schwarzem Grund und eine undeutliche, an einen Handschuh erinnernde Form auf der roten Farbfläche – mehr oder weniger dreidimensional hervortritt.

Bevor sich Antoni Clavé ab 1954 ausschließlich der Malerei widmet, arbeitet er lange Zeit überwiegend als Illustrator und Bühnenbildner. Während dieser Tätigkeit nutzt er auch neue, zu jener Zeit nur von der künstlerischen Avantgarde verwendete Techniken wie die Collage, die er später auch bei seinen künstlerischen Arbeiten anwendet. Im Hinblick auf seine Gemälde entwickelt er sich vom Figürlichen in den 1940er Jahren – er malt häusliche Szenen und Personen in gedämpfter Farbigkeit unter stilistischem Einfluss von Pierre Bonnard, Édouard Vuillard, Georges Rouault und Pablo Picasso; Letzteren lernt er 1944 kennen – mit seiner Konzentration auf die Malerei in die Richtung des Abstrakten. Neben Gemälden und Druckgrafiken wendet sich Clavé 1960 auch der Bildhauerei zu und mischt später auch verschiedene Techniken miteinander.
In den 1970er Jahren – also zur Entstehungszeit unseres Blattes – werden Clavés Gemälde düsterer und er verwendet vornehmlich Schwarz. Bei unserer Radierung kombiniert er tiefes Schwarz mit einem leuchtenden Rot und erzeugt damit einen starken Kontrast. Bei der Prägung auf der roten Farbfläche könnte es sich um die Form eines Handschuhes handeln, den Clavé neben Handabdrucken wiederholt in seine Werke integriert.
Die Carborundum-Radierung ist eine graphische Tiefdrucktechnik, die um 1935 wohl von Henri Bernard Goetz erfunden und unter anderem von Joan Miró und Corneille weiterentwickelt wurde. Als Meister dieser Kombination aus Radierung und Prägedruck gilt James Coignard. Bei dieser Technik wird die Druckplatte nach der Radierung an bestimmten Stellen mit einer Mischung aus Kunstharzgranulat und Carborundum bedeckt, die durch Erhitzen schmilzt und sich mit der Platte verbindet. Beim Drucken hinterlassen die erhabenen Stellen schließlich Prägungen auf dem Papier.
 

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