Erich Heckel
Döbeln 1883 - 1970 Berlin

Knabenkopf

Lithographie auf Japanpapier, mit Bleistift signiert, (19)27 datiert und betitelt

Eines von nur 20 Exemplaren

Plattengröße: 27 x 21,5 cm
Blattgröße: 59 x 44 cm

Werkverzeichnis Dube: L 281

Informationen zum Werk

Die Lithographie mit dem Titel „Knabenkopf“ von 1927 zeigt das Schulterstück eines jungen Burschen mit kurzen Haaren im Dreiviertelprofil nach links. Zu beiden Seiten des jugendlichen Kopfes mit festem, zur Seite gewandtem Blick sind zwei leicht gebogene Linien erkennbar, die den hoch liegenden Horizont markieren. In der unteren linken Bildecke befindet sich über den nackten Schultern des Jungen ein kleines Segelboot.

Neben Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen umfasst das künstlerische Schaffen Erich Heckels auch ein umfangreiches druckgraphisches Werk, insbesondere Holzschnitte und Lithographien. Letzteren widmet sich der Künstler parallel zu seinen malerischen Werken bereits ab 1907. Zu seinen bevorzugten Motiven zählen auch in diesem Medium die Landschaft und der Mensch.
In den 1920er Jahren unternimmt Heckel von seinem Berliner Wohnsitz aus zahlreiche Reisen, unter anderem nach Südfrankreich und Italien. Zudem hält er sich in den Sommermonaten von 1913 bis 1943 alljährlich – unterbrochen nur während des Ersten Weltkrieges – an der Flensburger Förde in dem kleinen Dorf Osterholz auf. Der dortige Strand mit Steilküste und das hügelige Hinterland ist Schauplatz vieler Badeszenen und Landschaftsansichten. Häufig tauchen auch die so genannten Sommerkinder – Söhne oder Töchter seiner Schwester oder von Freunden, die ihre Sommerferien in Osterholz verbringen – in Heckels Strandszenen auf.
In diesem Zusammenhang könnte auch „Knabenkopf“ entstanden sein, enthält die Lithographie mit dem kleinen Segelboot doch einen Bezug zu den sommerlichen Aufenthalten an der Ostsee oder den Reisen in den Süden. Darüber hinaus verweist auch der unbekleidete Oberkörper des dargestellten Jungen auf den freien Umgang mit Körperlichkeit, der auch Heckels Aktdarstellungen von Badenden am Strand prägt.
Stilistisch entwickelt Heckel nach Kriegsende eine größere Naturnähe, die mit weicheren Formen und einer harmonisch beruhigten Komposition einhergeht. So führt Heckel den „Knabenkopf“ mit ruhiger Linienführung detailliert in Form eines klassischen Dreiviertelprofils aus.
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