Karl Hubbuch
Karlsruhe 1891 - 1979

Mann, 1933

Tuschpinselzeichnung, 1933
Rechts unten mit Bleistift signiert:

"Hubbuch"

Größe: 36 x 28 cm

Euro 550,-

Informationen zum Werk

Die Filzstiftzeichnung von 1955 zeigt die skizzenhafte Darstellung eines kräftigen, leicht vorgebeugten Mannes mit weiter Kleidung, Mantel und großem Hut. Den Körper frontal zugewandt blickt er den Betrachter mit leicht abgewandtem Kopf direkt an. In der rechten Hand hält er vermutlich einen Becher oder ähnliches.

Nach dem Beginn seiner künstlerischen Ausbildung in Karlsruhe und Berlin, Kriegsdienst und anschließender Fortsetzung seines Studiums wiederum in Karlsruhe und Berlin entwickelt Karl Hubbuch in den 1920er Jahren einen der Neuen Sachlichkeit und dem Verismus verpflichteten Stil. Zwischen 1925 und 1933 unternimmt er alljährlich Studienreisen nach Frankreich. Von den Nationalsozialisten aus seinem Amt als Akademieprofessor entlassen und mit Berufsverbot belegt, schlägt sich Hubbuch mit Gelegenheitsarbeiten durch – so arbeitet er unter anderem in der Karlsruher Majolika Manufaktur. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges nimmt er seine Lehrtätigkeit bis zu seiner Pensionierung 1957 wieder auf und arbeitet anschließend als freischaffender Künstler. In den 1950er Jahren entwickelt er durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Werk Max Beckmanns eine expressive Formensprache und knüpft schließlich Ende der 1950er Jahre an seine Werke der Vorkriegszeit an. Aufgrund einer fortschreitenden Erblindung entstehen nach 1970 kaum weitere Werke.
Die expressive Linienführung unsere Filzstiftzeichnung unterscheidet sich insbesondere durch die ausgeprägte Binnenzeichnung und die meist kurzen, gezackten Linien deutlich von früheren Zeichnungen Hubbuchs. Diese Expressivität ist auf eine Beschäftigung des Künstlers mit Max Beckmann zurückzuführen, dessen Arbeiten er sich in den 1950er Jahren eingehend widmet. Vor allem das kantige Gesicht des Mannes mit müde hängenden Mundwinkeln und skeptischem Blick zieht das Interesse des Betrachters auf sich. Aufgrund der in mehreren Schichten getragenen Kleidung und der leicht gebeugten Haltung des Mannes könnte es sich bei der dargestellten Person um einen Bettler handeln. Damit bliebe sich Hubbuch bei der Motivwahl treu, die Zustände der Gesellschaft – bei unserer Tuschezeichnung die der Unterschicht – in Charakterstudien festzuhalten.
 

Informationen zur Datenverarbeitung finden Sie hier.