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  • Alo Altripp

    Altrip 1906 - 1991 Wiesbaden

    ohne Titel, 1979

    Aquarell auf leichtem Karton

    Links unten signiert und datiert:

    "Altripp 79"

    Rückseitig nochmals signiert und datiert, sowie mit der Werknummer:

    "A 75/79" versehen.

    23,7 x 16,3cm

     

    Literatur und Abbildung:

    "Alo Altripp-Von Farben, Formen und Nichtfarben , Dr. Bernd Fäthke, 2009".

    Seite 44

     

     

    Euro 1.250,-

    Unser Aquarell von 1979 ist überwiegend in verschiedenen Blautönen gehalten, die Alo Altripp mit zum unteren Bildrand hin abnehmender Farbintensität in schwungvollen Pinselstrichen ausführt. Im Zentrum des Kartons befindet sich eine rundliche weiße Form. Die sichelförmige Struktur darüber ist mit Ausnahme eines schmalen Streifens mit dünnflüssiger blauer Farbe übermalt, sodass das Orange nur noch schwach unter dem Blau hindurchscheint.

    Von herausragender Bedeutung für das Œuvre Alo Altripps sind die von äußerster Kreativität und Produktivität geprägten 1930er Jahre, in denen er sein Farben- und Formenrepertoire für sein weiteres Werk erprobt. In dieser Zeit steht Altripp in intensivem Kontakt zu vielen Künstlerkollegen – hier ist neben Paul Klee, den Altripp zwischen 1935 und 1939 wiederholt in der Schweiz besucht, insbesondere Alexej von Jawlensky zu nennen, mit dem ihn seit 1934 eine intensive Freundschaft verbindet – und im Rahmen des Experimentierens mit unterschiedlichsten Farben, Formen, Techniken und Materialen beschäftigt er sich bereits vor der eigentlichen Entwicklung des Informel mit informeller Malerei.

    Der Wechsel zu Papier als Bildträger erfolgt in der Nachkriegszeit und Altripp beginnt – seiner neuen Vorliebe für Schwarz und Weiß folgend – mit einer Reihe von Kreidezeichnungen. Inspiriert durch das intensive Licht, das er während seiner Aufenthalte Anfang der 1960er Jahre im Tessin, in Italien und Griechenland erfährt, integriert Altripp wieder Farbe in seine Arbeiten und konzentriert sich in der Folge auf kleinformatige Aquarelle, in denen er seine eigene abstrakte Bildsprache offenbart.

    Ein schönes Beispiel dieser Aquarelle ist unser Blatt von 1979. Deutlich ist die expressive Malweise mit dynamischen Pinselstrichen erkennbar, die zum Teil über die gesamte Bildfläche reichen. Mit der Form im Zentrum des Bildes zeigt sich ein besonderes Merkmal der Arbeiten Altripps, da der Künstler nie reine geometrische Formen wie Kreis, Dreieck, Rechteck oder Quadrat verwendet. So stellt sich auch das zentrale Element unseres Aquarells als Mischung aus Kreis und Dreieck mit abgerundeten Ecken dar. Auch die farbliche Gestaltung ist dem Künstler hervorragend gelungen, wendet er hier doch den Komplementärkontrast von Orange und Blau an, der Assoziationen an einen Sonnenuntergang weckt.

     

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  • . Anatol

    Insterburg 1931 - lebt in Düsseldorf_Biografie

    Am Main, 1991

    Multiple, Exemplar 14/30

    Materialbild (Dispersion, Bleistift und Blei) auf Holz

    Links unten signiert und 1991 datiert

    Größe: 17,8 x 31,5 cm
     


    Jahresgabe des Nassauischen Kunstvereins Wiesbaden 1991

    Euro 600,-

    Bei dem Multiple „Am Main“ von 1991 handelt es sich um ein Materialbild mit der Darstellung einer Fußschale und eines stilisierten Fisches auf einer weißen Fläche mit orangefarbenem Hintergrund. Als Bildträger verwendet Anatol einfache orangefarbene Holzbretter mit starken Gebrauchsspuren, die er zur Hälfte mit weißer Farbe versieht, sodass der Eindruck einer Tischplatte entsteht. Die Schale mit schlankem, gedrehtem Fuß auf der linken Seite zeichnet der Künstler mit Bleistift. Der Fisch ist als Bleifigur auf die bemalte Holzfläche montiert.

    Als Schüler von Joseph Beuys ist Anatol stark von dessen Kunstverständnis beeinflusst, demzufolge die Trennung von Kunst und Leben aufzuheben ist. Entsprechend des erweiterten Kunstbegriffes steht Anatols künstlerisches Schaffen unter dem Motto „Kunst ist Arbeit, Arbeit ist Kunst“ und er bezieht auch bewusst das Publikum mit ein. So wird seine öffentliche Arbeit auf der Museumsinsel Hombroich häufig begleitet von Diskussionen mit den Besuchern, die damit aktiv an der Gestaltung der Kunstwerke teilhaben.
    Anatols Auseinandersetzung mit seinem Glauben und der Bibel, die ihm auch als Inspiration für seine Arbeit dient, sowie mit dem Leben selbst als Werden und Vergehen, Geburt und Tod findet Ausdruck in seinen Kunstwerken. So integriert der Künstler wiederholt bestimmte Elemente in seine Werke, wie die Kreuzblume als Symbol für die Kraft des Lebens und den Schmetterling als Symbol der Metamorphose – entweder in der Ursprungsform als Raupe bzw. Puppe oder in der Endstufe als bunter Schmetterling. Desweiteren kehrt der Fisch in Anatols Werk häufig wieder, so auch auf unserem Materialbild. Das Symbol des Fisches stammt aus der Zeit des Urchristentums und findet sich bereits in der frühchristlichen Kunst als Sinnbild des christlichen Glaubensbekenntnisses und des auferstandenen Christus.
     
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  • Wilhelm Andreas

    Leipzig 1882 - 1951 Leipzig

    Kugelstosser, 1920

    Bronze um 1920

    Auf dem Sockel signiert:

    "W. Andreas"

    Höhe: 47 cm (mit Sockel: 54cm)

     

    Euro 5.800,-

    Wilhelm Andreas (auch Friedrich Wilhelm Andreas) studiert Bildhauerei bei Adolf Lehnert an der Kunstakademie Leipzig. Nach einer zehnjährigen kunstgewerblichen Tätigkeit in Berlin begibt sich Andreas zu Studienzwecken nach Paris und Rom. 1939, 1941 und 1942 nimmt der Künstler an der Großen Kunst-Ausstellung in Haus der Deutschen Kunst in München teil.

    Wilhelm Andreas fertigt überwiegend kleinplastische Bronzefiguren sowie Bauplastiken an. Des Weiteren entwirft er Porzellanfiguren, die etwa von der Aeltesten Volkstedter Porzellanmanufaktur ausgeführt werden.
    Unsere um 1920 gefertigte Bronze zeigt einen männlichen Akt als Kugelstoßer in bewegter Pose auf einer niedrigen Plinthe auf einem rechteckigen Marmorsockel. Der Athlet lehnt sich mit weit auseinander gestellten Beinen nach hinten. Sein Blick folgt dem gerade nach vorne ausgestreckten linken Arm, während er mit der angewinkelten Rechten die Kugel an der Schulter hinter seinem Kopf hält.
    Die Körperhaltung des Athleten zeigt einen bestimmten Augenblick im Bewegungsablauf des Kugelstoßers: Das Gewicht auf den hinteren Fuß verlagert, steht der gesamte Oberkörper unter Anspannung, um für den bevorstehenden Abstoß der Kugel Schwung zu holen. Der Kugelstoßer lehnt sich so weit zurück, dass der linke Fuß nur mit dem Ballen den Boden berührt, während sein Gewicht noch auf dem rechten Fuß liegt. Entsprechend ruht die Wurfhand mit der Kugel noch an der Schulter. Im nächsten Moment wird der Sportler die Rückwärtsbewegung des Oberkörpers mit einer Gewichtsverlagerung auf den vorderen Fuß in eine Vorwärtsbewegung ändern und die Wurfhand wird ihre Position verlassen, um die Kugel abzustoßen.
    Der Körper des Sportlers ist äußerst schlank und leicht abstrahiert gestaltet. So verzichtet Wilhelm Andreas auf die übermäßige Ausarbeitung einzelner Muskeln, sodass der Sportler eine dynamische Erscheinung gewinnt.
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© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Impressum

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