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  • Joseph Beuys

    Krefeld 1921 - 1986 Düsseldorf_Biografie

    Wirtschaftswert

    Signierte, mit "Wirtschaftswert" betitelte und dem Stempel "FREE INTERNATIONAL UNIVERSITY" versehene "Rosenkohlpackung" der "Volkseigenen Saatgutbetriebe der DDR"
    Größe: 10,5 x 7 cm

    Euro 1.250,-

    Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um eine bräunliche, hochrechteckige Papiertüte mit gelben Streifen. Außer der gedruckten Firmenbezeichnung der Volkseigenen Saatgutbetriebe der DDR in grüner Schrift auf gelbem Grund, befindet sich im Zentrum die Kennzeichnung des Inhalts, des Füllgewichts, des Preises sowie diverse Nummern. Beuys versieht die Verpackung zudem mit dem runden Stempel der Free International University sowie seiner Signatur und der Bezeichnung „1 Wirtschaftswert“.

    Um 1960 beendet Beuys seine konventionelle bildhauerische Tätigkeit und wendet sich auch experimentellen künstlerischen Aktivitäten zu. Grundlage seiner Objektkunst sind – wie bei unserem Werk – häufig vorgefundene Gegenstände.
    Unsere Verpackung der Rosenkohlsamen steht im Zusammenhang mit einer Installation Beuys’ aus dem Jahr 1980 mit dem Titel „Wirtschaftswerte“. Der Künstler arrangierte hierfür überwiegend aus der DDR stammende Lebensmittel in Tüten, Schachteln, Dosen und Gläsern – wie unsere Arbeit mit seiner Signatur und der Bezeichnung „Wirtschaftswert“ versehen – auf sechs Eisenregalen und positionierte davor einen gegossenen Gipsquader, dessen abgebröckelte Ecken und Kanten mit Fett bestrichen waren. Den Hintergrund dieser an ein Warenlager erinnernden Installation bildeten historische Gemälde, die damit als traditionelle Kunstwerke einen Gegenpol zu den alltäglichen Objekten darstellten.
    Die Free International University, auch Freie Internationale Hochschule für Kreativität und interdisziplinäre Forschung oder Freie Internationale Universität genannt – gegründet am 27. April 1973 von Joseph Beuys, Klaus Staeck, Georg Meistermann und Willi Bongard in Beuys’ Düsseldorfer Atelier – sollte der Gesellschaft als Plattform zur offenen Kommunikation ihrer sozialen Zukunft dienen. Das Hauptanliegen des Vereins, der bis 1988 bestand, war die grundlegende Erneuerung des Bildungswesens.
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    ../galerie/Beuys_Joseph/Wirtschaftswert_3_big.jpg 582 700
  • Deutscher Bildhauer

    um 1920

    Frauenbüste, 1920

    Marmor, 1920

    Höhe: 56cm

    unsigniert

    Euro 3.800,-

    Unsere Marmorbüste ist das Hüftbild eines weiblichen Aktes mit gesenktem Kopf. Den angewinkelten rechten Arm hält die Figur vor der Brust, während sie mit der linken Hand ihre Scham mit einem Tuch bedeckt. Der Blick ist nach unten gerichtet und die Haare schlicht frisiert.

    Es handelt sich um eine Skulptur der griechischen Göttin Aphrodite, die aufgrund der scheuen Pose dem Typus der Venus pudica zuzuordnen ist. Dieser Typus geht zurück auf die antike, lebensgroße Statue der Aphrodite von Knidos des attischen Bildhauers Praxiteles, die aufgrund ihrer außergewöhnlichen Schönheit große Berühmtheit erlangte. Obwohl das Original nicht erhalten ist, kann das Aussehen des Aktes durch Beschreibungen und erhaltene Kopien rekonstruiert werden: Die Göttin der Liebe ist stehend in Kontrapost mit Stand- und Spielbein mit der rechten Hand ihre Scham bedeckend dargestellt. In der linken Hand hält sie ihr Gewand, das auf einer am Boden stehenden Vase aufliegt; der Kopf ist zur Seite gewandt. Zu den zahlreichen Varianten dieser berühmten Statue zählt auch die so genannte Aphrodite Medici, auch Medici Venus genannt, die sich heute in den Uffizien befindet. Diese Marmorskulptur ist die römische Kopie einer griechischen Statue, die durch Praxiteles’ Aphrodite angeregt wurde: Die Liebesgöttin steht in Kontrapost mit zur Seite gewandtem Kopf auf einem Podest, während sie mit der angewinkelten rechten Hand die Brust und mit der linken den Schoß verdeckt. Zu ihren Füßen reiten zwei Eroten auf einem Delphin. Zudem befindet sich ein Baumstamm hinter ihrem linken Bein.
    Die Position der Hände unserer Büste erinnert an die Handhaltung der Aphrodite Medici, doch positioniert der Bildhauer unseres Aktes sie direkt am Körper und betont die keusche Pose der Figur zusätzlich durch den gesenkten Blick. Insgesamt verstärkt die leicht nach vorn geneigte Kopf- und Körperhaltung zusammen mit den dicht an den Körper gepressten Armen die nach innen gekehrte Haltung und Sensibilität der Figur.
    Im Rückgriff auf den klassischen Typus der Venus pudica im Allgemeinen und der Variante der Aphrodite Medici im Speziellen folgt unser Künstler einer langen Tradition: So übernimmt beispielsweise auch Sandro Botticelli – mit Ausnahme der Kopfhaltung – die Pose der Aphrodite Medici, die sich damals in der Sammlung Medici befindet, für sein berühmtes Gemälde „Die Geburt der Venus“. Beide Künstler variieren die Pose hinsichtlich der linken Hand der Figur: Während Botticellis Venus ihre Scham mithilfe ihrer Haar bedeckt, verwendet unser Bildhauer ein Tuch.
     
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  • Francis Bott

    Frankfurt a.M. 1904 - 1998 Lugano_Biografie

    Composition, 1960

    Öl auf Karton

    Unten mittig signiert: "Francis Bott"

    15 x 10,8

    Provenienz: Galerie Kriegel, Paris (Beiliegend Ausstellungskatalog der Galerie Kriegel, Paris, 1962)

    Nicht bei Henze

    Euro 2.700,-

    Unsere abstrakte „Composition“ von 1960 besteht überwiegend aus verschiedenen Blautönen, die in pastosem Farbauftrag großflächig nebeneinander angeordnet sind. Im leicht nach rechts verschobenen Zentrum mildert Francis Bott die kräftige Leuchtkraft einer orangefarbenen Farbfläche durch eine lasierende Übermalung mit einem dunkeln Farbton. Dieser nimmt zudem den oberen Bereich der Bildfläche ein und findet sich auch an den Übergängen der einzelnen Farbfelder.

    Bott wendet sich erst in den 1930er Jahren verstärkt der Malerei zu und schafft zunächst Werke im Stil der Neuen Sachlichkeit. Angeregt durch Max Ernst und Pablo Picasso widmet sich Bott ab 1937 dem Surrealismus. Zehn Jahre später ist er noch auf der von André Breton und Marcel Duchamp organisierten Ausstellung „Le Surréalisme en 1947“ in der Galerie Maeght in Paris vertreten, distanziert sich aber bereits von dieser Stilrichtung. Er kehrt der Gegenständlichkeit für lange Zeit den Rücken und beginnt, abstrakt zu malen. So stellt er schon im Februar 1948 in der Galerie René Bretau neben Pierre Soulages und Hans Hartung aus. Zu seinem persönlichen Stil in einer von starker Farbigkeit geprägten, expressiven Spachteltechnik findet Bott in den 1950er und 1960er Jahren. Weisen die Arbeiten der frühen 1950er Jahre noch gitterartige Strukturen aus schmalen, die einzelnen Farbflächen überlagernden Linien auf, treten später die großflächig angelegten Farbflecke in den Vordergrund. Schmale, dunkle Linien finden sich in dieser Phase nur noch bei einigen Werken als Trennungslinien der einzelnen Farbfelder – wie bei unserer „Composition“. Deutlich zeigt sich bei unserem Werk auch die reliefartige Oberfläche des Farbauftrags, die zu den Charakteristika seines reifen Werkes zählt. Auch in der Verwendung verschiedener Blautöne folgt Bott bei unserer Arbeit seiner Vorliebe für diesen Farbton, findet sich dieser doch wiederholt in seinem Œuvre, sodass gelegentlich sogar von einem „Bott-Blau“ gesprochen wird

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    ../galerie/Bott_Francis/Composition__big.jpg 504 700 ../galerie/Bott_Francis/Composition__very_big.jpg

© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Impressum

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