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  • Gerhard Fietz

    Breslau 1910 - 1997 Stuttgart _Biografie

    ohne Titel, 1953

    Pastell und Kohle auf Papier

    Rechts unten signiert und datiert
    "Gerhard Fietz 53/105"

    rückseitig nochmals signiert und bezeichnet
     

    46 x 62,5 cm

    Euro 2.700,-

    Unser Blatt zeigt die abstrakte Komposition einer aus feinen Linien und kräftigen Konturen verdichteten schwarzen Struktur auf hellem Grund. Diese fast dreidimensional wirkende Struktur verdeckt zur Hälfte einen gelben Kreis mit verwischten Konturen im Zentrum des Blattes. Zudem finden sich einzelne rötliche, grünliche, violette und gelbe Akzenten innerhalb des schwarzen Liniengefüges.

    Nach seinen künstlerischen Anfängen in naturalistisch geprägtem Stil – dazu zählen neben seinem weitgehend im Krieg zerstörten Frühwerk auch seine Landschafts- und Portraitzeichnungen, die er als Soldat in Russland anfertigt – orientiert sich Gerhard Fietz nach 1945 neu und wendet sich der Abstraktion zu. Zusätzlich zu seinen Experimenten mit Farbe, Form und Linie befasst er sich auch auf theoretischer Ebene mit den Möglichkeiten der ungegenständlichen Malerei. Die Arbeiten seiner weiteren künstlerischen Tätigkeit können verschiedenen Werkgruppen zugeordnet werden. Ein besonderes Merkmal dieses Neubeginns ist auch die Einführung fortlaufender Nummerierungen zur Bezeichnung seiner Bilder anstelle von Titeln; für Ausstellungen wurden einige Werke nachträglich betitelt.
    Unsere Komposition „53/105“ ist zeitlich und stilistisch am Übergang von zwei Werkgruppen zu verorten: Etwa ab 1950 dominieren in der Werkgruppe „Zeichen“ abstrakte, meist auf wenige Farben und Schwarz reduzierte Kompositionen, die von einer kalligraphischen Formensprache geprägt sind. Bei der sich ab Mitte der 1950er Jahre anschließenden Werkgruppe „Abstraktes und Strukturelles“ löst sich die vormals geschlossene Form auf und die Farbe tritt – mitunter mit dem Spachtel aufgetragen – zunehmend in den Mittelpunkt. Zwar erinnert die schwarze Struktur unseres Blattes in ihrem Aufbau noch an kalligraphische Zeichen, doch sie weist nicht deren kompakte Form auf. Vielmehr deuten die unscharfen Umrisse und die unterschiedliche Farbintensität auf eine Auflösung der Form hin, die Fietz in den folgenden Jahren unter Einbeziehung weiterer Farben weiterentwickelt.
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    ../galerie/Fietz_Gerhard/ohne_Titel_big.jpg 700 517
  • Lothar Fischer

    Germersheim 1933 - Baiersbrunn 2004_Biografie

    Kleid III, 1969

    Bronze, Unikat

    Auf der Unterseite signiert:

    "Lothar Fischer"

    30 x 8 x 5cm

    Werkverzeichnis Dornacher 438

     

    Euro 3.800,-

    Die Bronze „Kleid III“ von 1969 weist eine äußerst schlanke, hohe Form mit bewegter Oberflächenstruktur auf. Von einem rechteckigen, flachen Sockel verjüngt sich die Plastik etwa bis auf drei Viertel ihrer Gesamthöhe. Über einer ringförmigen Wölbung erweitert sich die Bronze schließlich stark und bildet an zwei gegenüberliegenden Stellen kurze „Arme“ aus.

    Nach seinen informellen Plastiken während seiner Tätigkeit mit der Künstlergruppe SPUR wendet sich Lothar Fischer nach Beendigung seiner Mitgliedschaft bei der Gruppe GEFLECHT Ende der 1960er Jahre wieder der Gegenständlichkeit zu. Über die Auseinandersetzung mit der Pop Art, die ihn nicht inhaltlich sondern nur formal interessiert, entwickelt er seine so genannten „Hüllenplastiken“. Diese körperlosen Gewandfiguren stellen seine wichtigste Werkphase dar und beschäftigen ihn bis Mitte der 1970er Jahre. Der Mensch bleibt während Fischers weiterer künstlerischer Tätigkeit das zentrale Thema.
    Bei unserer Bronze handelt es sich um die Hülle einer weiblichen Figur und damit um ein Motiv, dem sich der Künstler in seiner Auseinandersetzung mit dem menschlichen Körperin besonderem Maße widmet. Typisch für seine oftmals archaisch anmutenden Figuren ist die überlängte Darstellung der unteren Körperhälfte, die auch bei „Kleid III“ zu finden ist. Im Gegensatz zu späteren Werken Fischers, die durch ihre Symmetrie und die Geschlossenheit der Form streng und starr erscheinen, wirkt unsere Bronze dynamisch und bewegt, wozu insbesondere die Struktur der Oberfläche beiträgt.
     
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    ../galerie/Fischer_Lothar/Kleid_III__big.jpg 525 600 ../galerie/Fischer_Lothar/Kleid_III__very_big.jpg
  • Edvard Frank

    Korchenbroich 1909 - 1972 Saarlouis

    Landschaft

    Aquarell
    signiert und datiert:"Frank 70"

    Blattgröße: 48 x 62 cm

    Euro 950,-

    Das Aquarell „Landschaft“ von 1970 zeigt eine abstrahierte, aus organisch geformten Farbfeldern aufgebaute Gebirgslandschaft in verschiedenen Grau- und Violetttönen sowie einzelnen blauen, roten und gelben Akzenten. Den schmalen Raum zwischen den einzelnen Feldern füllt der Künstler kontrastreich mit verschiedenen Farbtönen.

    Zu Beginn seiner künstlerischen Ausbildung kommt Edvard Frank während seines Studiums in Trier 1926 bis 1930 durch die Ruinen der Augusta Treverorumin Kontakt mit römischer Kunst und Architektur, die sein Interesse für antike Kunst wecken. Diese hat nicht nur großen Einfluss auf sein Frühwerk, sondern ist auch für sein gesamtes weiteres Schaffen von Bedeutung. So zählen zu seinen bevorzugten Motiven antikisierende Landschafts- und Figurenbilder. Er widmet sich vorrangig dem Aquarell und der Zeichnung und schafft nur wenige Arbeiten in Öl sowie einige Fresken.
    Nach einem ersten Aufenthalt in Rom 1934/1935 unternimmt Frank ab den 1950er Jahren zahlreiche Reisen in den Mittelmeerraum – er besucht u.a. Südfrankreich, Italien, Griechenland, Kleinasien und Tunesien – und in der Folge hellt sich seine Farbpalette deutlich auf. Stilistisch zeigt sich eine starke Tendenz zur Abstraktion, die ab Ende der 1960er Jahre in (fast) abstrakten Kompositionen gipfelt.
    Mosaikartig setzen sich die einzelnen, fast monochromen Farbfelder unserer „Landschaft“ zusammen, sodass ein flächiger Eindruck entsteht. Im Gegensatz zu vielen anderen Arbeiten lässt der Künstler die Zwischenräume nicht weiß, sondern akzentuiert die einzelnen Farbfelder mit korrespondierenden Farben und erzielt damit eine außergewöhnliche Wirkung.
     
     
     
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    ../galerie/Frank_Edvard/Landschaft_1_big.jpg 700 537

© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Impressum

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