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  • Karl Hubbuch

    Karlsruhe 1891 - 1979_Biografie

    Weiblicher Akt, lachend

    Tuschezeichnung, 1927
    Rechts unten Nachlasstempel: "K.H. Nachlass"

    Größe: 27 x 22,5 cm

    Euro 1.600,-
    (ohne Rahmen)

     

     Die Tuschezeichnung „Weiblicher Akt, lachend“ von 1927 zeigt das Hüftbild eines stehenden weiblichen Aktes, den Kopf mit einem breiten Lachen im Gesicht in den Nacken geworfen. Vom Betrachter leicht nach rechts abgewandt stemmt die schlanke, junge Frau ihre rechte Hand in die Hüfte, während die Hand des nach oben angewinkelten linken Armes in ungewöhnlich gedrehter Position unterhalb des Kinns ruht.
    Karl Hubbuch studiert vor und nach dem Ersten Weltkrieg an verschiedenen Lehranstalten in Karlsruhe und Berlin und widmet sich in den 1920er Jahren in seinen Zeichnungen und Gemälden vor allem figürlichen Darstellungen des großstädtischen Lebens im Stil der Neuen Sachlichkeit und des Verismus. Parallel zu seiner künstlerischen Tätigkeit lehrt er ab 1925 auch an der Akademie in Karlsruhe.
    Mit dynamischer, klarer Strichführung zeichnet Hubbuch den lachenden Akt in einem sicheren, flüssigen Zeichenstil und präsentiert damit eine seiner für die 1920er Jahre typischen selbstbewussten Frauen. Außergewöhnlich ist die Körperhaltung der Figur: Während die an die Hüfte gelegte rechte Hand an eine Pose erinnert, wirkt die Handhaltung der linken Hand ungewöhnlich, insbesondere der fast rechtwinklig zur Seite angewinkelte kleine Finger. Im Fokus der Aufmerksamkeit steht jedoch das ausgelassene Lachen der jungen Frau mit geöffnetem Mund und sichtbaren Zähnen, das auf den Betrachter durchaus ansteckend wirkt.
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  • Karl Hubbuch

    Karlsruhe 1891 - 1979_Biografie

    2 Frauen

    Tuschezeichnung, 1927
    Rechts unten signiert: "Hubbuch"

    Größe: 22,5 x 29 cm

    Euro 1.600,-

    Die Tuschezeichnung „Zwei Frauen“ von 1927 zeigt die skizzenhafte Darstellung zweier an einem Tisch sitzender, Karten spielender Frauen in Seiten- bzw. Frontalansicht. Die Ellenbogen auf die Tischplatte gelegt halten die Kartenspielerinnen jeweils in ihrer rechten Hand die nur skizzierend angedeuteten, aufgefächerten Karten. Vor der linken, im Profil dargestellten Figur steht ein zur Hälfte gefülltes Likörglas mit schmalem Stiel. Die Blicke beider Frauen sind nach rechts, außerhalb der Darstellung gerichtet.

    Nach seinem Studium in Karlsruhe und Berlin stellt Karl Hubbuch seine Werke ab den 1920er Jahren im Rahmen bedeutender Ausstellungen in Deutschland aus. Motivisch steht für den Künstler zu dieser Zeit die Darstellung des Lebens in der Großstadt im Zentrum, wobei er das Hauptaugenmerk auf seine Mitmenschen mit all ihren Schwächen und Nöten legt. Seine Werke zeigen eine neusachliche und veristische Ausrichtung und weisen bisweilen auch sozialkritische und politische Tendenzen auf.
    Bei unserer Tuschezeichnung widmet sich Hubbuch insbesondere der Darstellung der Gesichter, die er mit kräftigen Linien ausführt und zusätzlich durch tiefschwarze Akzente betont. Im Gegensatz dazu sind die Körper der Figuren – insbesondere die Hände, aber auch die Kleidung – und der Tisch nur skizzierend angedeutet; auf einen Hintergrund, der die Umgebung des Kartenspiels näher bestimmt, verzichtet der Künstler völlig. Charakteristisch für seine Arbeiten der 1920er präsentiert Hubbuch hier eine alltägliche Szene des großstädtischen Lebens. Durch die leicht nach rechts geneigte Haltung und die zum Mund geführte Hand der Kartenspielerin rechts, die einem Tischnachbarn etwas zuzuflüstern scheint, tritt diese – und durch ihre Blickrichtung auch ihre Begleiterin – mit ihrer Umgebung in Kontakt. Somit lässt sich vermuten, dass es sich bei unserer Zeichnung um den Ausschnitt einer umfangreicheren Szenerie handelt, der den Künstler in besonderem Maße interessiert hat.
     
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  • Karl Hubbuch

    Karlsruhe 1891 - 1979_Biografie

    Mann

    Filzstiftzeichnung, 1955
    Rechts unten mit Bleistift signiert:"Hubbuch"

    Größe: 36 x 28 cm

    Euro 850,-

    Die Filzstiftzeichnung von 1955 zeigt die skizzenhafte Darstellung eines kräftigen, leicht vorgebeugten Mannes mit weiter Kleidung, Mantel und großem Hut. Den Körper frontal zugewandt blickt er den Betrachter mit leicht abgewandtem Kopf direkt an. In der rechten Hand hält er vermutlich einen Becher oder ähnliches.

    Nach dem Beginn seiner künstlerischen Ausbildung in Karlsruhe und Berlin, Kriegsdienst und anschließender Fortsetzung seines Studiums wiederum in Karlsruhe und Berlin entwickelt Karl Hubbuch in den 1920er Jahren einen der Neuen Sachlichkeit und dem Verismus verpflichteten Stil. Zwischen 1925 und 1933 unternimmt er alljährlich Studienreisen nach Frankreich. Von den Nationalsozialisten aus seinem Amt als Akademieprofessor entlassen und mit Berufsverbot belegt, schlägt sich Hubbuch mit Gelegenheitsarbeiten durch – so arbeitet er unter anderem in der Karlsruher Majolika Manufaktur. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges nimmt er seine Lehrtätigkeit bis zu seiner Pensionierung 1957 wieder auf und arbeitet anschließend als freischaffender Künstler. In den 1950er Jahren entwickelt er durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Werk Max Beckmanns eine expressive Formensprache und knüpft schließlich Ende der 1950er Jahre an seine Werke der Vorkriegszeit an. Aufgrund einer fortschreitenden Erblindung entstehen nach 1970 kaum weitere Werke.
    Die expressive Linienführung unsere Filzstiftzeichnung unterscheidet sich insbesondere durch die ausgeprägte Binnenzeichnung und die meist kurzen, gezackten Linien deutlich von früheren Zeichnungen Hubbuchs. Diese Expressivität ist auf eine Beschäftigung des Künstlers mit Max Beckmann zurückzuführen, dessen Arbeiten er sich in den 1950er Jahren eingehend widmet. Vor allem das kantige Gesicht des Mannes mit müde hängenden Mundwinkeln und skeptischem Blick zieht das Interesse des Betrachters auf sich. Aufgrund der in mehreren Schichten getragenen Kleidung und der leicht gebeugten Haltung des Mannes könnte es sich bei der dargestellten Person um einen Bettler handeln. Damit bliebe sich Hubbuch bei der Motivwahl treu, die Zustände der Gesellschaft – bei unserer Tuschezeichnung die der Unterschicht – in Charakterstudien festzuhalten.
     
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© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Impressum

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