Rettung aus dem Feuer, 1968/69
Aquarell auf Karton
Links unten signiert:
"Antes"
25,7 x 22cm
Es liegt die Fotokopie der Rückseite eines Fotos mit einer Bestätigung von Herrn Dr. Gunzenhauser, München vor.
Das Aquarell „Rettung aus dem Feuer“ von 1968/69 zeigt eine skizzenhafte, mit wenigen Bleistiftstrichen umrissen dargestellte Figur in strenger Profilansicht nach links. Ein Bein verdeckend, befindet sich im Rücken der Figur ein stilisiertes, brennendes Fenster mit aufsteigendem Qualm, das als rotes Rechteck mit kreuzförmig angeordneten Sprossen dargestellt ist. Das Feuer gibt der Künstler mit schwungvollen, rote Pinselstriche in Form von Spiralen und Schleifen wieder. Seitlich der zentralen Szene kennzeichnen am unteren Bildrand ein breiter blauer Pinselstich bzw. mehrere Bleistiftlinien den tief liegenden Horizont.
Die dargestellte Figur zeigt mit der übergroßen Nase, dem nach vorne geschobenen Kinn und den deutlich hervortretenden Lippen typische Merkmale des Kopffüßlers. Hinzu kommt das Auge in Form eines Halbkreises mit kreisrunder Pupille. Im Gegensatz zu den Kopffüßlern, deren Gestalt nur aus Kopf und Füßen besteht, die direkt ineinander übergehen, ist auf dem vorliegenden Aquarell am verkürzten Oberkörper der Figur auch ein angewinkelter Arm gezeigt. Dieser verstärkt die Vorwärtsbewegung der Gestalt, die bereits durch die schreitende Stellung des Beines angedeutet wird. Da der Arm somit für die Wirkung des Werkes von großer Bedeutung ist, hat Horst Antes die Figur von „Rettung aus dem Feuer“ nicht im gleichen Maß reduziert wie die typischen Kopffüßler, sondern nur soweit, dass die gewünschte Wirkung erhalten bleibt.
Der besondere Reiz diese Arbeit liegt in ihrer ausgefallenen Farbgebung, die aus den Primärfarben Gelb, Rot und Blau aufgebaut ist: Vor einem vollkommen weißen und damit undefinierten Hintergrund zeigt sich die transparent wirkende Figur mit farbigen Akzenten in den Primärfarben, die wie Farbkleckse erscheinen. Daneben wirkt das aggressive Rot des brennenden Fensters geradezu aggressiv und bedrohlich und bildet damit einen starken Gegensatz zum ruhigen Hintergrund.




