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  • Horst Antes

    Heppenheim 1936 - lebt in Karlsruhe_Biography

    Rettung aus dem Feuer, 1968/69

    Aquarell auf Karton

    Links unten signiert:

    "Antes"

    25,7 x 22cm

    Es liegt die Fotokopie der Rückseite eines Fotos mit einer Bestätigung von Herrn Dr. Gunzenhauser, München vor.

     Das Aquarell „Rettung aus dem Feuer“ von 1968/69 zeigt eine skizzenhafte, mit wenigen Bleistiftstrichen umrissen dargestellte Figur in strenger Profilansicht nach links. Ein Bein verdeckend, befindet sich im Rücken der Figur ein stilisiertes, brennendes Fenster mit aufsteigendem Qualm, das als rotes Rechteck mit kreuzförmig angeordneten Sprossen dargestellt ist. Das Feuer gibt der Künstler mit schwungvollen, rote Pinselstriche in Form von Spiralen und Schleifen wieder. Seitlich der zentralen Szene kennzeichnen am unteren Bildrand ein breiter blauer Pinselstich bzw. mehrere Bleistiftlinien den tief liegenden Horizont.

    Die dargestellte Figur zeigt mit der übergroßen Nase, dem nach vorne geschobenen Kinn und den deutlich hervortretenden Lippen typische Merkmale des Kopffüßlers. Hinzu kommt das Auge in Form eines Halbkreises mit kreisrunder Pupille. Im Gegensatz zu den Kopffüßlern, deren Gestalt nur aus Kopf und Füßen besteht, die direkt ineinander übergehen, ist auf dem vorliegenden Aquarell am verkürzten Oberkörper der Figur auch ein angewinkelter Arm gezeigt. Dieser verstärkt die Vorwärtsbewegung der Gestalt, die bereits durch die schreitende Stellung des Beines angedeutet wird. Da der Arm somit für die Wirkung des Werkes von großer Bedeutung ist, hat Horst Antes die Figur von „Rettung aus dem Feuer“ nicht im gleichen Maß reduziert wie die typischen Kopffüßler, sondern nur soweit, dass die gewünschte Wirkung erhalten bleibt.

    Der besondere Reiz diese Arbeit liegt in ihrer ausgefallenen Farbgebung, die aus den Primärfarben Gelb, Rot und Blau aufgebaut ist: Vor einem vollkommen weißen und damit undefinierten Hintergrund zeigt sich die transparent wirkende Figur mit farbigen Akzenten in den Primärfarben, die wie Farbkleckse erscheinen. Daneben wirkt das aggressive Rot des brennenden Fensters geradezu aggressiv und bedrohlich und bildet damit einen starken Gegensatz zum ruhigen Hintergrund.

     
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  • Christian Arnold

    Fürth 1889 - 1955 Bremen

    Frau am Fenster

    Mischtechnik

    Links unten monogrammiert und datiert:

    "CA 36"

    60 x 45 cm

    Euro 2.800,-

    Unsere Arbeit in Mischtechnik von 1936 zeigt eine sitzende Frau in Seitenansicht an einem geöffneten Fenster mit Landschaftsausblick. Sie trägt ein rosafarbenes Kleid und lehnt ihren Kopf gedankenversunken an die hohe Rückenlehne ihres Stuhles. Über die Ecke des Fensterrahmens liegt faltenreich drapiert ein blaugrauer Stoff. Die Fensteröffnung gibt die Sicht frei auf eine Hügellandschaft mit einer schnurgerade verlaufenden Baumreihe im Zentrum und einen wolkigen Himmel. Die Wolken sind stellenweise sowie in zwei langen Streifen in goldgelbes Sonnenlicht getaucht.

    Zur Entstehungszeit unseres Bildes leidet Christian Arnold wie viele andere Kunstschaffende der Moderne unter den Beschränkungen des Nationalsozialismus: Da seine Kunst nicht den Vorstellungen der Nationalsozialisten entspricht, wird Arnold 1933 aus dem Künstlerbund Bremen ausgeschlossen und der zur Ausübung seines Berufes notwendige Eintritt in die Reichskulturkammer wird ihm verweigert. Somit darf er seine Werke nicht öffentlich ausstellen oder verkaufen. Ab 1939 ist er daher gezwungen, als Zeichner auf der Bremer Schiffswerft zu arbeiten.
    Zu Arnolds bevorzugten Bildthemen während seines gesamten künstlerischen Schaffens zählen neben Städtebildern und Stillleben insbesondere Landschaften und Portraits. Wie bei unserer Arbeit kombiniert der Künstler häufig Portraits mit landschaftlichen und bisweilen städtischen Elementen im Hintergrund, während seine eigentlichen Landschafts- und Städtebilder meist menschenleer wie unser Landschaftsausblick sind. Im Gegensatz zu den meisten Portraits Arnolds wendet sich unsere Frau am Fenster vom Betrachter ab und der Landschaft zu, sodass sie im verlorenen Profil dargestellt ist. Ihre entspannte Körperhaltung und insbesondere der nachdenklich zurückgelehnte Kopf strahlen Ruhe und Gelassenheit aus und korrespondieren damit mit der farblichen Gestaltung, die in expressiver Steigerung überwiegend in Pastelltönen gehalten ist.
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  • Eduard Bargheer

    Hamburg 1901 - 1979 Hamburg

    PIEDIGROTTA, 1948

     

    PIEDIGROTTA, Nächtliches Straßenfest in Neapel

    Öl auf Velin

    Rechts unten signiert und datiert:

    „E. Bargheer, ´48“

    48,4 x 68,6 cm
     Fotoexpertise Eduard Bargheer Haus, Hamburg
     

    Preis auf Anfrage

    Eduard Bargheer beginnt seine künstlerische Laufbahn um 1920 mit einer Mal- und Zeichenausbildung an der Kunstgewerbeschule Hamburg-Lerchenfeld und setzt diese an der Kunstschule Gerda Koppel fort. Nach seiner Ausbildung zum Volksschullehrer entscheidet er sich für den Beruf des freien Künstlers und unternimmt ab 1925 wiederholt Reisen nach Italien, Frankreich, Holland und Belgien, um sich dort künstlerisch weiterzubilden. 1929 tritt Bargheer der Hamburger Sezession bei. Bei den Arbeiten dieser frühen Phase dominiert eine gedämpfte Farbigkeit aus erdigen Tönen. Die Wahl seiner Motive beschränkt sich überwiegend auf norddeutsche Landschaften und Portraits. Zu einer Veränderung seines Malstils kommt es ab Mitte den 1930er Jahre durch längere Aufenthalte in Paris und Italien – ab 1940 verlegt er seinen Wohnsitz auf die Insel Ischia – sowie durch die Bekanntschaft mit Werner Gilles, Rudolf Levy und Paul Klee, den er 1936 auch in seinem Atelier besucht. Während des Krieges und in den folgenden Jahren hält sich Bargheer in Italien auf. Durch die neuen Einflüsse bestimmen von nun an Motive des Mittelmeers sein Werk. Seine Palette hellt sich zudem deutlich auf und in der Folgezeit werden die Arbeiten zunehmend abstrakter. Ab den 1950er Jahren verbringt der Künstler wieder mehr Zeit in Deutschland: Er wohnt zeitweise wieder in Hamburg, nimmt 1955 und 1959 an der documenta teil und wird u.a. Professor an der Hochschule der Künste in Berlin. Das Spätwerk Bargheers ist geprägt von einer Reduzierung der Formen und einer an die jeweilige Komposition angepassten Farbigkeit. Hervorzuheben sind Werke mit afrikanischen Motiven, die in den 1960er Jahren während zahlreicher Reisen des Künstlers nach Afrika entstehen.
    Zum Oeuvre Eduard Bargheers zählen neben Handzeichnungen, Aquarellen und Ölgemälden auch druckgraphische Arbeiten, Mosaike, Wandmalereien und Illustrationen.
     
    Das Gemälde „Piedigrotta“ von 1948 zeigt eine nächtliche Szene des traditionellen neapolitanischen Volksfestes Festa di Piedigrotta. Eduard Bargheer stellt die tanzenden Figuren im Vordergrund aus zusammengesetzten, monochromen Farbflächen in Form von Halbkreisen und Linien in Violett, Lila, Braun und Grün dar. Die Zuschauer im Hintergrund sind überwiegend bis auf das Oval des Kopfes reduziert, sodass hier ein Oval neben dem nächsten zu sehen ist, gruppiert in verschiedenen Farben und unterbrochen nur von einigen dreieckigen Formen. Einzelne, stehende Personen in der vordersten Reihe ragen zudem als x-förmige Akzente heraus. Das Zentrum des Bildes bildet ein cremefarbenes Feld, das aufgrund des Farbkontrastes drei Personen des Vordergrundes besonders hervorhebt.
    „Piedigrotta“ verdeutlicht vortrefflich ein wiederkehrendes Merkmal im Œuvre Eduard Bargheers: Von Bedeutung ist nicht die tatsächliche Detailtreue einer Szene, der Künstler will vielmehr die Gesamtwirkung vermittelt. Als Mittel dient Bargheer hierfür die Reduzierung der für eine Szene charakteristischen Formen auf das Wesentliche. So strahlt „Piedigrotta“ durch die bewegten Posen der Figuren im Vordergrund, die allein durch die Komposition der einzelnen Formen und nicht durch individuelle Züge erzeugt wird, eine freundliche Lebendigkeit und ausgelassene Stimmung aus, obwohl es überwiegend aus dunklen Farbtönen aufgebaut ist. Dazu tragen auch die jubelnden Zuschauer im Hintergrund bei, die ebenfalls nicht detailliert ausgeführt sind, sondern in äußerst vereinfachten Formen erscheinen.
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© Copyright 2010 - 2012 Galerie und Kunsthandel Draheim. All rights reserved. Imprint

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