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  • Lovis Corinth

    Tapiau 1858 - 1925 Zandvoort

    Trunkene Bacchanten, um 1900

    Bleistift mit leichtem Farbstift auf Bütten

    Rechts unten signiert: "Lovis Corinth"

    31 x 42cm

    Euro 3.800,-

    Unsere skizzenhafte Zeichnung zeigt ein kaum bekleidetes Paar in geselliger Umarmung. Der nur mit einem Lendenschurz bekleidete Mann weist einen rundlichen Körperbau auf und ist im Gegensatz zu der weiblichen Figur vollständig dargestellt. Er umfasst mit dem linken Arm die Taille seiner Begleiterin, während er mit der angewinkelten Rechten das Handgelenk einer dritten, nicht weiter ausgeführten Figur ergreift. Seine blonde, unbekleidete Gefährtin lehnt sich mit um seinen Nacken gelegtem Arm an seine Schulter.

    Lovis Corinth widmet sich während seiner künstlerischen Tätigkeit, die nach akademischen Anfängen zwischen impressionistischen und später vermehrt expressiven Tendenzen pendelt, neben Portrait-, Akt- und Landschaftsdarstellungen auch biblischen und mythologischen Themen. Ein häufig wiederkehrendes Motiv ist – wie bei unserer Zeichnung zu sehen – das Gefolge des griechischen Gottes Dionysos, die Bacchanten und Mänaden, die der Künstler als Einzelfiguren oder in kleineren oder größeren Gruppen darstellt. Sogar in einem seiner zahlreichen Selbstportraits (Bacchantenpaar, 1908, Sammlung Georg Schäfer, Schweinfurt) erscheint er zusammen mit seiner Frau Charlotte mit Weintrauben als Bacchant.
    Seiner Begeisterung für den nackten – insbesondere den weiblichen – menschlichen Körper folgend beschäftigt sich Corinth intensiv mit der Aktmalerei. Seit seinem zweijährigen Aufenthalt in Paris Mitte der 1880er Jahre, als er durch die Salonmaler Adolphe William Bouguereau und Tony Robert-Fleury an der renommierten privaten Kunstschule Académie Julian im Aktzeichnen unterricht wird, nimmt die Aktmalerei eine zentrale Stellung in Corinths Œuvre ein und er setzt diese fortan auch für seine mythologischen Themen ein.
    Unsere „Trunkenen Bachanten“ stellt Corinth mit skizzierenden dynamischen Linien dar und beschränkt sich dabei auf das Wesentliche. So vernachlässigt er weite Teile der Mänade und konzentriert sich auf die Komposition der männlichen Figur und ihr Zusammenspiel mit seiner weiblichen Begleiterin. Er fügt jedoch leichte Schraffuren in Orange und Gelb hinzu und hebt die Arbeit damit über eine bloße Bleistiftskizze hinaus.
    Im Aufbau weist unsere Zeichnung eine Verbindung zu verschiedenen Gemälden Corinths aus den späten 1890er Jahren auf: Die männliche Figur im Zentrum von Bacchantenzug (1896, Privatsammlung) ähnelt unserem Bacchanten lediglich im Körperbau. Dagegen zeigen sich bei zwei weiteren Gemälden zusätzlich deutliche Parallelen in der Körperhaltung, die jeweils auf eine Körperhälfte beschränkt sind: Bei Bacchanale (1896, Städtisches Museum, Gelsenkirchen) beziehen sich diese auf die Stellung der Beine sowie das Festhalten einer Mänade mit dem angewinkelten rechten Arm. Im Gegensatz zu unserer Zeichnung wendet sich der Bacchant von Heimkehrende Bacchanten (1898, Von-der-Heydt-Museum, Wuppertal) stärker seiner Begleiterin zu seiner Linken zu und anstatt sie nur in der Taille zu umfassen, befindet sich seine Hand höher an der Brust.
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  • Roberto Crippa

    Monza 1921 - Mailand 1972

    Spirali, 1952

    Oil on canvas

    signed on the reverse:

    "R. Crippa"

    Size: 40 x 32cm

    Provenance: Galleria Alla Chave, Venezia, Private collection Swiss

    Photo certificate by Roberto Crippa jr., Galleria Pace, Milano

    Catalogue raissone: Nr. 689

    Preis auf Anfrage

    Das Gemälde „Spirali“ von 1952 ist eine abstrakte Komposition aus mehreren Spiralen in Neonfarben sowie Schwarz und Weiß. Die geschwungenen schwarzen und weißen Linien sind in kreisenden Bewegungen im Zentrum verdichtet angeordnet. Im Hintergrund dominieren schwarze, blaue, pink- und lilafarbene Farbbereiche auf weißem Grund, die durch Auslassungen in Weiß ebenfalls spiralförmige Strukturen aufweisen. Die Farben im Hintergrund erwecken aufgrund ihres Farbtons und durch Ihre unterschiedliche Intensität den Eindruck von Graffiti auf der Leinwand.
    Es handelt sich um ein Beispiel der so genannten „Spiralen“, die um 1950 entstehen: In spontaner Malweise gestaltet Roberto Crippa diese Serie aus schwungvoll über die gesamte Bildfläche gezogenen Linien, die er im Hintergrund häufig mit verschiedenen geometrischen Formen kombiniert.
    Obwohl der Künstler für die „Spiralen“ häufig kräftige Farben – mitunter auch Komplementärfarben – verwendet, ist das vorliegende Beispiel in seiner farblichen Komposition aus leuchtenden Neonfarben ein herausragendes, außerordentlich gelungenes Beispiel. Eine weitere Besonderheit ist das Wiederaufgreifen des Themas der Spiralen in den Farbflächen im Hintergrund.
     
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  • Karl Fred Dahmen

    Stolberg/Aachen 1917 - 1981 Preinersdorf_Biography

    ohne Titel, 1964

    Mischtechnik (Collage, Öl, Kreide)

    Rechts unten signiert und datiert:

    "Dahmen 64"

    Rückseitig signiert, datiert und bezeichnet"

    52 x 41cm

    Provenienz:

    Privatsammlung Schweiz

    Die Arbeit ist im Archiv Karl Fred Dahmen von Herrn Thomas Weber registriert 

     

    Euro 9.800,-

    Die unbetitelte Arbeit von 1964 zeigt eine abstrakte Komposition aus gedämpften, erdigen Tönen mit reliefierter Oberfläche und einigen Akzenten in den Primärfarben Blau, Rot und Gelb. Den überwiegenden Raum nehmen die dunklen, fast schwarzen Bereiche ein, die allerdings nicht deckend gearbeitet sind, sondern diverse Ritzen und Spalten aufweisen, die an einigen Stellen den Blick auf den Bildträger freigeben. Neben den flächigen blauen Kreidespuren am Bildrand treten die zackenförmigen Strukturen in Rot und Gelb am oberen Rand besonders hervor.
    Es handelt sich hier um ein spätes Beispiel der „terrestrischen Materialbilder“ Dahmens, die – vom Eindruck des Braunkohleabbaus in der Nähe seiner Heimatstadt Stolberg beeinflusst – bis Mitte der 1960er Jahre entstehen: Der Künstler trägt hierfür eine breiartige Mischung (meist aus Farbpigmenten, Sand oder Bimsmehl) auf den Bildgrund auf und bearbeitet diese während des Trocknens mit Pinsel oder Spachtel. Auf der Bildoberfläche entsteht eine pastose, von Furchen durchzogene Struktur, die an das Aufbrechen der Erdoberfläche durch den Braunkohleabbau erinnert. Bei unserer Arbeit fügt Dahmen zusätzlich farbige Kreidespuren hinzu und erzielt damit eine besonders ausdrucksstarke Wirkung.
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© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Imprint

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