Weiblicher Akt mit Zigarette
Tuschezeichnung, 1927
Rechts unten Stempelsignatur: "Hubbuch"
Größe: 28 x 21,5 cm
Euro 1900,- (ohne Rahmen)
Die Tuschezeichnung „Weiblicher Akt mit Zigarette“ von 1927 zeigt einen stehenden weiblichen Akt mit zum Mund geführter Zigarette in der rechten Hand. Die linke Hand hinter dem Rücken positioniert lehnt die schlanke, junge Dame dem Betrachter leicht nach links abgewandt wohl an einer Brüstung, die nur skizzenhaft ausgeführt ist. Der Hintergrund ist mit Ausnahme einiger kurzer, senkrechter Linien am linken und rechten Bildrand undefiniert.
Karl Hubbuch studiert zunächst zwischen 1908 und 1912 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Walter Georgi und wechselt anschließend in die Grafikklasse von Emil Orlik an der Lehranstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Nach einem vierjährigen, freiwilligen Kriegsdienst setzt er seine künstlerische Ausbildung als Meisterschüler in der Radierklasse von Walter Conz an der Karlsruher Akademie und ab 1922 an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin wiederum bei Emil Orlik fort.
Zur Entstehungszeit unserer Tuschezeichnung sind Hubbuchs Arbeiten bereits in diversen bedeutenden Ausstellungen vertreten – unter anderem 1925 in der wegweisenden, von Gustav Friedrich Hartlaub konzipierten Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ in Mannheim und in einer Gemeinschaftsausstellung mit Otto Dix und George Grosz in der Galerie Neumann-Nierendorf in Berlin – und der Künstler lehrt selbst an der Karlsruher Akademie.
Den weiblichen Akt mit Zigarette führt der Künstler in skizzierender, dynamischer Linienführung aus. Mit ihrer aufrechten Körperhaltung, dem leicht nach oben geneigten Kopf und den lässig übereinander gelegten Beinen strahlt die junge Frau trotz ihrer Nacktheit ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Ungezwungenheit aus; sie präsentiert ihren nackten Körper wie selbstverständlich in einer scheinbar alltäglichen Situation. Damit ist sie ein typisches Beispiel für die starken und selbstbewussten Frauen, denen sich Hubbuch in den 1920er Jahren intensiv in seinen Zeichnungen widmet. Wie bei unserer Tuschezeichnung tritt bisweilen ein narratives Moment auf, das beim Betrachter Assoziationen an die weiteren Umstände der Szene weckt.
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