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  • Oskar Holweck

    St. Ingbert 1924 - 2007 St. Ingbert

    Reissrelief, 1974

    Papier

    Rechts unten datiert: "7. VIII 74/2"

    Rückseitig signiert und datiert:

    "Holweck 7. VIII 74/2"

    100 x 70cm

    Preis auf Anfrage

    Das Reißrelief von 1974 besteht aus über dreißig Schichten Papier, die im Zentrum des Werkes in gleichmäßigen Abständen waagerecht abgerissen und zusätzlich mit kurzen, diagonal nach links oben verlaufenden kleinen Einrissen versehen sind. In diesem Bereich erscheint die Oberfläche deutlich gestuft. Im Gegensatz dazu wurden die Papierbögen an den äußeren Rändern links und rechts in einem breiten Streifen wie zufällig, mit unregelmäßig endenden Kanten abgerissen und wirken zudem flächig.

    Nach Wehrdienst und Kriegsgefangenschaft studiert Oskar Holweck von 1946 bis 1949 zunächst Malerei in der Meisterklasse des Bauhausschülers Prof. Dr. Boris Kleint an der Staatlichen Schule für Kunst und Handwerk in Saarbrücken. Anschließend setzt er sein Studium an der Ecole des Arts Appliqués à l’Industrie und an der Académie de la Grande Chaumière in Paris fort. Nach seinen künstlerischen Anfängen in Form von informellen Tuschezeichnungen beginnt Holweck Ende der 1950er Jahre seine intensive Arbeit mit Papier, das etwa ab 1960 sein bevorzugtes Arbeitsmaterial ist. Für seine so genannten „Reißreliefs“ bearbeitet er das Papier mit verschiedenen Techniken – wie Reißen, Ritzen, Einschneiden, Falten und Durchlöchern –, die den zweidimensionalen, vielfach aus mehreren Papierschichten bestehenden Arbeiten häufig eine dreidimensionale Wirkung verleihen. Neben flächigen Arbeiten entwickelt Holweck auch Papierplastiken; die Grundlage der „Buchobjekte“ sind unbedruckte Bücher, deren Seiten der Künstler ebenfalls bearbeitet und zu komplizierten, mitunter filigranen Strukturen umgestaltet.
    Über seine eigene künstlerische Tätigkeit hinaus nimmt Holweck auch als Kunstpädagoge eine herausragende Stelle ein; so wirkte er entscheidend an der Weiterentwicklung der Gestaltungslehre des Bauhauses mit und beeinflusste zahlreiche Künstler maßgeblich.
    Bei seiner Arbeit mit Papier steht für Holweck stets die Auseinandersetzung mit dem Material und den Auswirkungen des Lichtes auf die Oberfläche und in Hohlräume im Vordergrund. Anschaulich wird dies auch bei unserem Reißrelief: Prägendes Element sind die zart zerfasernden, gerissenen Ränder der Papierschichten, die vor allem im Zentrum durch die zusätzlichen diagonalen Einrisse kleine Schatten werfen und dadurch den Eindruck eines Reliefs hervorrufen. Damit zeigt sich ein starker Gegensatz zwischen der leichten Reliefstruktur in der Mitte und dem flächigen Rand, der quasi einen Rahmen um das Zentrum bildet. Der gleichmäßige Rhythmus der fast parallelen Horizontalen und Diagonalen im Zentrum verleiht unserem Reißrelief eine harmonische und dennoch kraftvolle Wirkung.
     
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  • Karl Hubbuch

    Karlsruhe 1891 - 1979_Biography

    Weiblicher Akt mit Zigarette

    Tuschezeichnung, 1927
    Rechts unten Stempelsignatur: "Hubbuch"

    Größe: 28 x 21,5 cm

    Euro 1900,- (ohne Rahmen)

    Die Tuschezeichnung „Weiblicher Akt mit Zigarette“ von 1927 zeigt einen stehenden weiblichen Akt mit zum Mund geführter Zigarette in der rechten Hand. Die linke Hand hinter dem Rücken positioniert lehnt die schlanke, junge Dame dem Betrachter leicht nach links abgewandt wohl an einer Brüstung, die nur skizzenhaft ausgeführt ist. Der Hintergrund ist mit Ausnahme einiger kurzer, senkrechter Linien am linken und rechten Bildrand undefiniert.

    Karl Hubbuch studiert zunächst zwischen 1908 und 1912 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe bei Walter Georgi und wechselt anschließend in die Grafikklasse von Emil Orlik an der Lehranstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Nach einem vierjährigen, freiwilligen Kriegsdienst setzt er seine künstlerische Ausbildung als Meisterschüler in der Radierklasse von Walter Conz an der Karlsruher Akademie und ab 1922 an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin wiederum bei Emil Orlik fort.
    Zur Entstehungszeit unserer Tuschezeichnung sind Hubbuchs Arbeiten bereits in diversen bedeutenden Ausstellungen vertreten – unter anderem 1925 in der wegweisenden, von Gustav Friedrich Hartlaub konzipierten Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ in Mannheim und in einer Gemeinschaftsausstellung mit Otto Dix und George Grosz in der Galerie Neumann-Nierendorf in Berlin – und der Künstler lehrt selbst an der Karlsruher Akademie.
    Den weiblichen Akt mit Zigarette führt der Künstler in skizzierender, dynamischer Linienführung aus. Mit ihrer aufrechten Körperhaltung, dem leicht nach oben geneigten Kopf und den lässig übereinander gelegten Beinen strahlt die junge Frau trotz ihrer Nacktheit ein hohes Maß an Selbstbewusstsein und Ungezwungenheit aus; sie präsentiert ihren nackten Körper wie selbstverständlich in einer scheinbar alltäglichen Situation. Damit ist sie ein typisches Beispiel für die starken und selbstbewussten Frauen, denen sich Hubbuch in den 1920er Jahren intensiv in seinen Zeichnungen widmet. Wie bei unserer Tuschezeichnung tritt bisweilen ein narratives Moment auf, das beim Betrachter Assoziationen an die weiteren Umstände der Szene weckt.
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  • Karl Hubbuch

    Karlsruhe 1891 - 1979_Biography

    Weiblicher Akt, lachend

    Tuschezeichnung, 1927
    Rechts unten Nachlasstempel: "K.H. Nachlass"

    Größe: 27 x 22,5 cm

    Euro 1.600,-
    (ohne Rahmen)

     

     Die Tuschezeichnung „Weiblicher Akt, lachend“ von 1927 zeigt das Hüftbild eines stehenden weiblichen Aktes, den Kopf mit einem breiten Lachen im Gesicht in den Nacken geworfen. Vom Betrachter leicht nach rechts abgewandt stemmt die schlanke, junge Frau ihre rechte Hand in die Hüfte, während die Hand des nach oben angewinkelten linken Armes in ungewöhnlich gedrehter Position unterhalb des Kinns ruht.
    Karl Hubbuch studiert vor und nach dem Ersten Weltkrieg an verschiedenen Lehranstalten in Karlsruhe und Berlin und widmet sich in den 1920er Jahren in seinen Zeichnungen und Gemälden vor allem figürlichen Darstellungen des großstädtischen Lebens im Stil der Neuen Sachlichkeit und des Verismus. Parallel zu seiner künstlerischen Tätigkeit lehrt er ab 1925 auch an der Akademie in Karlsruhe.
    Mit dynamischer, klarer Strichführung zeichnet Hubbuch den lachenden Akt in einem sicheren, flüssigen Zeichenstil und präsentiert damit eine seiner für die 1920er Jahre typischen selbstbewussten Frauen. Außergewöhnlich ist die Körperhaltung der Figur: Während die an die Hüfte gelegte rechte Hand an eine Pose erinnert, wirkt die Handhaltung der linken Hand ungewöhnlich, insbesondere der fast rechtwinklig zur Seite angewinkelte kleine Finger. Im Fokus der Aufmerksamkeit steht jedoch das ausgelassene Lachen der jungen Frau mit geöffnetem Mund und sichtbaren Zähnen, das auf den Betrachter durchaus ansteckend wirkt.
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© Copyright 2010 Galerie und Kunsthandel Draheim. Alle Rechte vorbehalten. Imprint

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