Le Robe de Chine
Farbradierung, 1926
Rechts unten signiert:
"Louis Icart"
Links unten limmitiert, Exemplar: 2/3 darunter die geprägte "Windmühle"
Links oben in der Platte bezeichnet:
"Copyright 1926 by Les Graveurs Modernes, 194 Rue de Rivoli, Paris
Rechts oben in der Plate bezeichnet:
"Copyright 1921 by the F.H.Bresler & Co Milwaukee, USA
Plattengröße: 40 x 48 cm
Blattgröße: 50 x 57 cm
Literatur und Abbildung: Holland, Catania, Isen, Nr. 276, Seite 132
Im originalen Rahmen
Euro 980,-
Die Farbradierung „Le Robe de Chine“ von 1926 zeigt eine blond gelockte, junge Frau in Seitenansicht auf einer mit weißem Bärenfeld bedeckten, nach rechts ansteigenden Ebene liegend. Ihren nach hinten gelehnten Oberkörper verdeckt fast vollständig ein weit über das Bärenfell drapierter, überwiegend schwarzer Umhang mit grün-rot-gelbem Pfauenfedermuster. Während ihr linker Fuß in grünen Pumps auf dem Bärenkopf in der linken unteren Bildecke ruht, winkelt sie das rechte Bein stark an und umfängt es zusätzlich mit beiden Händen. Den Kopf nach links frontal zum Betrachter gewandt, blickt die junge Dame nach rechts unten aus dem Bild heraus.
Louis Icart übersiedelt 1907 nach Paris und beginnt seine künstlerische Tätigkeit bei einer Postkartenfirma. Im Laufe der nächsten Jahre veröffentlicht er seine eigenen Arbeiten in verschiedenen Magazinen – unter anderem erhält er den Auftrag, das Cover des Magazins La Critique Theatrale zu illustrieren – und anderen Publikationen, vor allem in Modekatalogen. In der Folgezeit kombiniert er seine Liebe für schöne Frauen mit seinem Interesse für Mode und konzentriert sich auf reizvolle Frauenportraits in modischer und sinnlicher bis erotischer Darstellung, die er meist als Aquatinta oder Kaltnadelradierung schafft, und erzielt damit neben der weltweiten künstlerischen Anerkennung auch einen finanziellen Erfolg. Außer seinen berühmten, sein Œuvre bestimmenden Frauendarstellungen widmet sich Icart auch ernsten, patriotischen Themen, die im Ersten Weltkrieg im unmittelbaren Zusammenhang mit seinem Kriegsdienst an der Front entstehen bzw. während des Zweiten Weltkrieges seine Erlebnisse im besetzten Paris dokumentieren.
Neben seinen druckgrafischen Arbeiten – er schafft über 500 Radierungen, zudem Buchillustrationen, Lithografien, Poster, Postkarten, Umschläge für Speisekarten und Werbedrucke – widmet sich Icart in deutlich geringerem Umfang auch der Zeichnung, Aquarellen sowie Gemälden.
In der lasziven Körperhaltung unserer blonden Schönheit und dem dekorativ ausgebreiteten, modischen Umhang erkennt man die für Icart typische Inszenierung der Szene. Eine Besonderheit bildet der scheu zur Seite gewandte Blick, der bei aller körperlichen Freizügigkeit eine gewisse Zurückhaltung und Selbstversunkenheit ausdrückt.
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