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  • Joachim Karsch

    Breslau 1897 - 1945 Groß-Gaudern

    Female nude

    Etching on wove paper, signed in pencil

    Image size: 13,8 x 9,8 inches
    Sheet size: 16,2 x 12,2 inches

    Euro 650,-

    Unsere Radierung zeigt das Bruststück eines jugendlichen weiblichen Aktes mit schulterlangem glattem Haar. Den Körper fast frontal zum Betrachter ausgerichtet, wendet die junge Frau den Kopf stark ab, sodass dieser im Dreiviertelprofil dargestellt ist, und blickt aus den Augenwinkeln heraus zurück zum Betrachter. Den linken Arm hält sie mit teilweise angewinkelten Fingern in einem rechten Winkel vor ihrem Körper, während der rechte Arm nur im Ansatz wiedergegeben ist.

    Der Bildhauer und Grafiker Joachim Karsch beginnt seine künstlerische Ausbildung bereits als Vierzehnjähriger an der Breslauer Kunstgewerbeschule und wechselt 1915 an die Königliche Akademie der Künste in Berlin. Aufgrund einer Behinderung ausgemustert leistet er von 1917 bis 1918 Arbeitsdienst auf einem schlesischen Gut und ist dort auch künstlerisch tätig. Trotz zahlreicher Auszeichnungen und Ausstellungen verdient Karsch anfangs seinen Lebensunterhalt als Hilfskraft bei Schering und AEG. Nach seiner Hochzeit mit der Industriellentochter Meta Correns 1924 siedelt der Künstler nach Hannsdorf in Schlesien über, bevor er 1928 nach Abschluss eines Vertrages mit der Galerie Neumann-Nierendorf nach Berlin zurückkehrt. Es schließt sich eine für Karsch künstlerisch und finanziell erfolgreiche Phase an; unter anderem reist er nach Südfrankreich und Paris und nimmt 1932 das Villa-Massimo-Stipendium mit einem sechsmonatigen Aufenthalt in Rom wahr. Für seine künstlerische Entwicklung bedeutsam ist die Bekanntschaft mit Gerhard Marcks im Sommer 1935 an der Ostsee, die zu gegenseitigen Atelierbesuchen und einem künstlerischen Austausch führt. Als entartet diffamiert werden Karschs Werke 1937 aus Museen und Galerien entfernt. Zwischenzeitlich als Lehrer für Aktzeichnen an der Textil- und Modeschule in Berlin tätig, erhält der Künstler 1942 einen größeren Auftrag für die Friedhofskapelle in Gdingen und siedelt nach Groß Gandern in der Nähe von Frankfurt (Oder) über. Nach der Besetzung durch die Rote Armee und dem Befehl zur Räumung des Dorfes im Februar 1945 entziehen sich Karsch und seine zweite Ehefrau der Verschleppung in den Osten durch Freitod.
    Bedauerlicherweise ist nur ein Bruchteil des umfangreichen Œuvre Joachim Karschs erhalten geblieben. Es umfasste insgesamt wohl ca. 350 plastische Arbeiten, vermutlich mehr als 3.000 Zeichnungen sowie zahlreiche Radierungen und Modelle; nur etwa ein Drittel der Plastiken, 500 bis 600 Handzeichnungen und ca. 200 Druckgrafiken sind bis heute erhalten. Ein Großteil der Plastiken, Zeichnungen und Modelle wurde 1943 während eines Bombenangriffs auf Berlin im Atelier des Künstlers sowie weitere Plastiken im Verein Berliner Künstler vernichtet. Darüber hinaus zerstörten sowjetische Soldaten 1945 nach der Besetzung Groß Ganderns die in Karschs Besitz befindlichen Plastiken und Papierarbeiten.
    Karsch widmet sich sowohl im Bereich der Plastik als auch im Rahmen seiner Arbeiten auf Papier bevorzugt figürlichen Darstellungen, die er meist als Ganzfiguren oder auch als charaktervolle Bildnisse, in den 1930er Jahren auch als allegorische Figuren schafft. Wie diverse öffentliche Auszeichnungen in beiden Bereichen belegen sind seine grafischen Werke in Intensität und Qualität seinen Bronzen gleichgestellt.
    Die junge Frau unserer Radierung ist mit sicherer, auf das Wesentliche reduzierter Linienführung wiedergegeben. Sie wirkt durch den abgewandten Kopf und den wie ein Schutzschild vor dem Körper gehaltenen Arm distanziert und scheint eine zusätzliche Distanz zum Betrachter schaffen zu wollen. Die teilweise angewinkelten Finger erinnern an eine Geste der Nervosität und deuten auf eine innere Erregung hin. Der Blick zurück auf den Betrachter signalisiert jedoch ihr offensichtliches Interesse an ihrem Gegenüber.
     
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  • Wilhelm Kohlhoff

    Berlin 1893 - 1971 Schweinfurt

    Kleine Parklandschaft, 1929

    Mischtechnik auf Papier

    Rechts unten signiert:

     "Kohlhoff"


    verso nochmals signiert und 1929 datiert

    20,5 x 15 cm

    Euro 2.400,-

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  • Georg Kolbe

    Waldheim 1877 - Berlin 1947_Biography

    Sitzender weiblicher Akt, um 1920

    Aquarellierte Bleistiftzeichnung

    Rechts unten monogrammiert:

    "GK"

    Blattgröße: 33 x 24cm

    Euro 7.800,-

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© Copyright 2010 - 2012 Galerie und Kunsthandel Draheim. All rights reserved. Imprint

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