Richard Herber
Biebrich 1899 - 1974 Mainz

Stillleben

Öl auf Karton

monogrammiert, um 1950

80 x 62 cm

Euro 1.100,-

Informationen zum Werk

Unser Karton zeigt ein mit dynamischen Pinselstrichen gemaltes Blumenstillleben mit weißem Flieder und einigen grünen Blättern in einer schlanken, mittig eingezogenen Vase. Der in Übergängen von Violett bis Weiß gehaltene Hintergrund ist nur wenig definiert; eine am linken Bildrand diagonal verlaufende Linie deutet eine gerade Ebene – wohl eine Tischplatte – an.

Während des Ersten Weltkrieges absolviert Richard Herber eine Lehre als Lithograph in Wiesbaden und besucht anschließend die Schule für Kunst und Handwerk in Mainz und von 1920 bis 1923 die Graphikklasse von Franz Karl Delavilla des Städelschen Kunstinstitutes in Frankfurt am Main. Ab Mitte der 1920er Jahre beteiligt sich Herber an verschiedenen Ausstellungen, u.a. in den Berliner Galerien Fritz Gurlitt und Nierendorf. Von den Nationalsozialisten als „entartet“ gebrandmarkt und mit Ausstellungsverbot belegt setzt Herber seine Ausstellungstätigkeit ab 1946 fort und ist Mitbegründer der „Gruppe 50“ in Wiesbaden.

Nach einer Lehre im Malerhandwerk Ende der 1930er Jahre arbeitet Herber als Berufsschullehrer zunächst in Schlesien und ab 1948 in Rüsselsheim am Main. Parallel dazu widmet er sich verstärkt der Malerei. In dieser Zeit entsteht unser Blumenstillleben in expressiven Pastellfarben, das ohne dekoratives Beiwerk auskommt und damit die Konzentration des Künstlers auf sein Motiv verdeutlicht. Auffällig ist der Kontrast zwischen den scharfen Konturen der Vase, die zudem durch eine halbseitig verlaufende, schwarze Umrisslinie vom Hintergrund abgehoben ist, und der verwischt unscharfen Darstellung der weißen Blütenblätter, die mit dem Hintergrund zu verschwimmen scheinen. Die Verbindung von pastellfarbenen Violetttönen mit leuchtendem Grün als hervorstechende, farbliche Akzente im Zentrum des Kartons verleiht unserem Werk eine besonders reizvolle Wirkung

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